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Wer suchet, der findet – oder auch nicht

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Ein kleiner Leitfaden für Suchmaschinen und spezielle Suchtechniken im Internet
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„Das Internet ist ein großer Misthaufen, in dem man allerdings auch kleine Schätze und Perlen finden kann“, meint Joseph Weizenbaum, Wissenschaftler am renommierten US-Forschungsinstitut Massachusetts Institute of Technology (MIT). In diesem Misthaufen die richtigen Informationen ausfindig zu machen, ist manchmal wie die Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen.

„Das Internet ist ein großer Misthaufen, in dem man allerdings auch kleine Schätze und Perlen finden kann“, meint Joseph Weizenbaum, Wissenschaftler am renommierten US-Forschungsinstitut Massachusetts Institute of Technology (MIT). In diesem Misthaufen die richtigen Informationen ausfindig zu machen, ist manchmal wie die Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen.Wer stand eigentlich noch nicht vor dem Problem: Man möchte sich mal auf die Schnelle über ein Problem informieren oder anhand einer Frage Informationen aufspüren, möglichst schnell, möglichst aktuell. So schön Lexika im Regal sind, nicht jeder nennt eines sein Eigen, nicht jede Bibliothek hat immer geöffnet und ist unmittelbar erreichbar. Als Lösungsformel der Gegenwart wird das Internet genannt. Da steht alles drin und es kostet meistens nichts (außer Telefongebühren...).

Doch wie findet man die gewünschte Information unter momentan zirka 1,5 Milliarden Internetseiten? Mit einer sogenannten Suchmaschine natürlich. Suchmaschinen katalogisieren das Internet, soweit es ihnen bekannt ist. Und diese Einschränkung sollte man wirklich ernst nehmen. Die angeblich umfangreichste Suchmaschine im Moment dürfte dabei Google sein, die angeblich etwa 750 Millionen Internetseiten zur Durchsuchung indiziert hat. Jede Suchmaschine funktioniert anders, sortiert nach eigenen Kriterien. Das bekommt man schnell mit, wenn man einmal verschiedene Suchmaschinen mit der gleichen Suchanfrage beauftragt. Generell bieten sich in solchen Fällen auch die sogenannten Meta-Suchmaschinen an, deren eigentliche Funktion es ist, nur andere Suchmaschinen gleichzeitig abzufragen.

Wie befragt man also Suchmaschinen so geschickt, dass einem wirklich relevante Ergebnisse zurückgegeben werden. Einigermaßen sinnlos sind in der Regel allgemeine Suchanfragen wie etwa nach „Musik“ oder „Klassik“. Wer etwas Spezielles sucht, sollte auch etwas Spezielles anfragen. Wenn man also beispielsweise Informationen zu Klavierballaden von Frédéric Chopin sucht, könnte man eingeben: „Chopin Klavier Ballade“. Damit würden normalerweise alle drei Begriffe gesucht und als Ergebnis würde letztlich jeder Treffer, der nur einen der Begriffe findet, als Suchergebnis erscheinen. Um die Suche zu präzisieren bietet sich eine Verknüpfung der Suchbegriffe an. Dies funktioniert über sogenannte Boole’sche Operatoren. Klingt kompliziert, ist aber relativ simpel: Ein „+“ -Zeichen zwischen den Begriffen würde hier ein zwingendes „und“ bedeuten. Nur wenn alle drei Begriffe auftauchen, werden die Suchergebnisse angezeigt (dies funktioniert übrigens auch mit den Suchmaschinen der neuen musikzeitung, der Jazzzeitung, Oper und Tanz sowie der Musica sacra). Ebenso würde ein Minus-Zeichen (–) direkt vor dem Begriff bedeuten, dass dieser Suchbegriff ignoriert werden muss. Beispiel: „Chopin + Ballade -Klavier“ heißt: Suche alle Seiten die Chopin sowie Ballade enthalten, doch schließe alle Seiten aus, die auch den Begriff „Klavier“ beinhalten. Bei Google kommt ferner eine andere Technologie zum Einsatz. So werden die Suchergebnisse auch danach geordnet, wie viele andere Seiten auf die gefundenen Seiten verweisen. Die Idee dabei ist, dass eine Seite, auf die von vielen anderen Seiten hingewiesen wird, anscheinend auch sehr informativ sein dürfte. Ganz interessant an Google ist ferner, dass diese Suchmaschine zugleich bestimmte Informationen in Verzeichnissen bereit hält.

So bietet Google bei einer solchen Suche einen Blick in das Verzeichnis „Arts > Music > Styles > Classical > Composers > C > Chopin, Frédéric“ an. Gelistet sind hier „wichtige“ Seiten über den Komponisten. Diese Art der Ordnung nennt man Webkatalog. Der bekannteste dieser Kataloge dürfte Yahoo sein. Dabei werden die eingereichten Internetseiten von Menschen angesehen und auf ihre Wertigkeit hin beurteilt. Yahoo gibt es in zahlreichen Sprachen. Seine Suchergebnisse werden in der Regel durch eine zusätzliche Abfrage an andere Suchmaschinen ergänzt.

Einen Nachteil teilen alle Suchmaschinen: Sie sind nicht unbedingt aktuell. Die Indizes der Suchmaschinen werden keinesfalls jeden Tag neu erzeugt. So kann es einerseits passieren, dass die dort gelisteten Seiten längst nicht mehr existieren beziehungsweise aktuelle Informationen erst nach Wochen in den Suchmaschinenkatalog aufgenommen werden. Wer sich daher für aktuelle Informationen aus dem Musikleben interessiert, der dürfte im Kulturinformationszentrum (KIZ) der neuen musikzeitung am schnellsten fündig werden. Dazu ist in das KIZ eine Suchfunktion eingebaut, die nicht sofort ins Auge fällt (rechts oben). Mittels dieser Suche können dann die einzelnen Nachrichtenfenster des KIZ oder alle zusammen durchforstet werden (http://www.nmz.de/cgi-local/kiz/Ultimate.cgi

Spezielle Suchmaschinen und andere Tools

ist eine Suchmaschine, die aktuelle Tageszeitungen auswertet. Das ist eine gute Idee, denn bis Tageszeitungen von den normalen Suchmaschinen indiziert sind, vergehen mitunter Wochen (http://www.paperball.de ähnlich funktioniert auch http://www.paperazzi.de

ist eine Suchmaschine, bei der man seine Suchabfrage in Frageform stellen sollte (allerdings in englischer Sprache). Damit täuscht diese Suchmaschine einen „menschlichen“ Touch und Intelligenz vor, die es in dieser Form natürlich noch nicht gibt. Dennoch ist die Ausgabe von Suchergebnissen im Einzelfall verblüffend – gegebenenfalls erfolgt sie in weiteren von AskJeeves neuformulierten Fragen (http://www.askjeeves.com

Zur Newsgroup-Suche: Das Internet besteht auch aus den so genannten Newsgroups. das sind kleinere oder größere Diskussionsgruppen, die ein anderes Internetprotokoll nutzen. Hier wird man vor allem fündig, wenn man technische oder fachliche Fragen hat. Viele solcher zentralen Fragen sind dort schon mal gestellt und beantwortet worden. „Groups.Goggle.Com“ durchsucht und archiviert die Aktivitäten der Newsgroups (http://groups.goggle.com

heißt ein kleines Programm, über das man Informationen über die Downloadmöglichkeiten von Musik im MP3-Format herausfinden kann. Trackseek fragt dabei zahlreiche bekannte MP3-Suchmaschinen ab und listet deren Ergebnisse auf, versehen mit zahlreichen nützlichen Informationen darüber, ob und zu welchen technischen Konditionen die gewünschte Musik im Moment downloadbar ist, zusammen mit einem Downloadmanager wie „Go!Zilla“ ein wunderbares Team, das jenseits von Napster und Kollegen funktioniert (http://www.analogx.com

Die „“ führt sehr ausführlich und umfassend in Techniken und Funktionsweisen von Suchmaschinen ein und bietet zahlreiche Informationen zu Suchtechniken und Softwarelösungen an (http://www.suchfibel.de

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