In seiner 132. Ausgabe befasste sich das Musikmagazin "taktlos" mit Jazz-Controlling: Gerät die "Musik der Freiheit" durch Finanz-Spritzen aus unterschiedlichen Interessen-Sphären in unerträgliche Abhängigkeiten? Kräftig Auskunft gaben Monika Griefahn (SPD-MdB), Christiane Böhnke-Geisse (Jazzclub Unterfahrt, München) und Peter Schulze (aktuell: jazzahead!). Dazu prima Live-Jazz mit Lorenz Kellhuber (nachzuhören bei www.nmz.de/taktlos).
Und hier der Schnelldurchlauf der aktuellen Ausgabe von taktlos.
Es folgen die Nachrichten aus der Welt des Wahren, Schönen und Guten:taktlos 132 – Die Nachrichten
Berlin. Kulturstaatsminister Bernd Neumann will eine Abwrackprämie für Orchestermusiker, Opernsänger, Theaterschauspieler und Jazzmusiker einführen. Danach sollen Trägern von entsprechenden Spiel- und Auftritts-Stätten pro stillgelegtem Künstler bis zu 2.500 Euro ausbezahlt werden. „Mal ehrlich – was sollen wir mit Performern dieser völlig überlebten Kunstformen noch anfangen“ - so Neumann bei der Preview-Party von „Slumdog-Millionaire“ in der Berliner Akademie der Künste. Wo es künftig langgeht, zeigt uns doch dieser wunderbare Film über den American Way of Life.“
Tokyo. Japans Auto-Gigant Honda wird seine „Jazz“ -Modelle umbenennen. Der Name des Autos habe sich als Verkaufsbremse vor allem in Westeuropa und den USA erwiesen, wo immer noch viele Konsumenten den Begriff „Jazz“ mit „Improvisation“ in Verbindung brächten. Hingegen sei der „Honda Jazz“ ein gediegenes und ausentwickeltes Fahrzeug. Um dies auch durch den Namen zu transportieren, ist die Umbenennung in „Honda Barock“ für Benzinmodelle und „Honda Daktylos“ für den Diesel beschlossene Sache.
München. Jazz fällt in der GEMA-Wertung ganz tief. Das beschloss der Wertungsausschuss bei nur einer Gegenstimme von Klaus Doldinger. „Auf Grund der allgemeinen Finanzkrise müssen schwache Musikbereiche zugunsten stärkerer zurückstecken, so Gema-Chef Harald Heker gegenüber taktlos. „Unser Ertragskuchen und vor allem die Sahnehäubchen reichen nicht für alle Berechtigten. Eine Abwertung des Jazz erweise sich als am sozialverträglichsten, da die Musiker und Komponisten dieses Genres naturgemäß an Hunger und Elend gewohnt seien.
Moers. Innovative, neue Musik aus dem Grenzbereich von Jazz und Pop verspricht auch in diesem Jahr wieder das Moers-Festival. Vom 29. Mai bis zum 1. Juni werden 22 Solisten und Bands erwartet. Einen Schwerpunkt bilden in diesem Jahr Künstler aus den USA. Man freue sich auf innovative Events mit Jamie Fox und Lady GaGa. Top-Act aber sei der ultimative Come-Back-Auftritt von Michel Jackson im Pudelsalon Olga, Braker- Ecke Bunsen-Straße bei Eintrittspreisen ab zwölftausend Euro.
Berlin: Gestern Nachmittag informierte sich der Ausschuss für Kultur und Medien des Deutschen Bundestags in einer öffentlichen Anhörung über die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise für die Kultur in Deutschland. In der folgenden Bundestags-Sitzung wurde dann völlig überraschend und einstimmig die Verankerung des Staatszieles Kultur im Grundgesetz beschlossen. Ausschlaggebend soll ein zutiefst anrührender Auftritt der SPD-Kulturpolitikerin Monika Griefahn gewesen sein, die – sensibel begleitet auf dem Kamm von Kulturrats-Geschäftsführer Olaf Zimmermann – unter Tränen den Jazz-Klassiker „One Silver Dollar“ zum Besten gab.