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Eröffnet am 16. Juli den Münchner Jazz Sommer: Gilberto Gil
Eröffnet am 16. Juli den Münchner Jazz Sommer: Gilberto Gil
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Großmeister und malende Musikstars: am 16. Juli beginnt der Münchner Jazz Sommer

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Idealismus ist der Schlüssel zum einzigen regelmäßigen Jazzfestival mit internationalen Stars in München. Weil sie selbst den Jazz liebt (und auch mal begann, Saxophon zu lernen), verwandelte Innegrit Volkhardt, damals noch Juniorchefin, heute alleinige Herrin des Hauses, den Nightclub des Grandhotels Bayerischer Hof 1991 vom altertümlichen Tanzschuppen in einen Jazzclub – und beteiligte sich aus dem Stand am spartenübergreifenden, terminreichen und an Spielstätten vom Amerikahaus bis zur Philharmonie laufenden „Klaviersommer“.

Seit dem Ende des Traditionsfestivals 2006 führt der Bayerische Hof den hauseigenen Part unter dem Namen „Jazz Sommer“ weiter. Und fährt, wie man vor ein paar Tagen bei der Pressekonferenz erläutert bekam, unter der Regie von Brane Branko Rochel und Katharina Ehmki auch in diesem Jahr vom 16. bis 21. Juli wieder schwere Geschütze auf.

Das Grand Opening im Festsaal bestreitet am Montag, 16., Juli, um 20 Uhr Gilberto Gil, 70-jährige Legende der brasilianischen Musica Populeira, Schöpfer der „Tropicalia“ benannten Verschmelzung von Rock und Samba und ehemaliger Kulturminister. Anschließend macht im Nightclub das New Dave Holland Quartet weiter, die mit Craig Taborn, Kevin Eubanks und Eric Harland All-Star-besetzte Formation, die wie alle Gruppen des Ausnahmebassisten Maßstäbe im Ensemblespiel setzt.

Immer für eine Überraschung gut ist Gitarrist Marc Ribot, der am Dienstag mit seinen Los Postizos Latin-jazzig- und zugleich avantgardistisch einheizt. Ein erstes lange überfälliges Wiedersehen gibt es am Mittwoch mit Tabla-Zauberer Zakir Hussain, der seine Großmeisterschaft unter anderem an der Seite von George Harrison, Billy Cobham und natürlich bei John McLaughlins Shakti nachgewiesen hat.

Die traditionelle Latin- und Salsa-Night bestreitet diesmal am Donnerstag der in New York lebende kubanische Geiger Alfredo de la Fe mit seiner neunköpfigen Grupo. Anschließend kann man mit der Tango- und Milonga-Sängerin Ana Karina Rossi aus Uruguay bei deren München-Premiere im Nightclub eine echte Entdeckung machen. Im Gegensatz dazu ist Mike Stern ein richtiger Stammgast und unter den großen Namen wahrscheinlich Rekordhalter an Nightclub-Auftritten: der Gitarrengott gibt sich mit exquisit besetztem Quartett am Freitag die Ehre. Den Schlusspunkt setzt am Samstag die Schlüsselfigur des Jazzrock-Schlagzeugs und Cream-Veteran Ginger Baker, der – gefühlt – seit Jahrzehnten nicht mehr hier war. Unter anderem mit James-Brown-Weggefährte Pee Wee Ellis wird er noch einmal richtig anschieben.

Wie schon im vergangenen Jahr werden die Konzerte von der Ausstellung „Music & Art“ umrahmt, die in Zusammenarbeit mit Jonathan Pools Londoner Compton Cassey Gallery originale Bilder von malenden Musikstars wie Miles Davis, John Lennon, Ron Wood, John Illslay (von den Dire Straits) oder dem Cover-Artist Storm Thorgerson präsentiert. Außerdem kann man sich jeweils um 18 Uhr wieder in der phänomenalen, 40-Plätze fassenden Cinema Lounge einstimmen, diesmal sinnigerweise nicht mit Konzertfilmen (Musik gibt es hinterher ja genug), sondern mit herausragenden filmischen Porträts von Jazzstars: mit Michael Dibbs Filmen über Keith Jarrett und Miles Davis, Robert Mugges „Sonny Rollins – Saxophone Colossus“, Kevin Macdonalds „Marley“, Clint Eastwoods „Bird“ und Michael Radfords „Michel Petrucciani - Leben gegen die Zeit“.

Alle Infos unter www.bayerischerhof.de
Reservierungen unter Telefon 089/2120-994

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