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Jazz-Gipfel
Fans werden sich trotz mangelnder Extras und einer etwas lieblosen Book-letausstattung darüber freuen: TDK-mediactive hat eine neue Reihe mit Jazzkonzert-DVDs eingeläutet: Die Aufnahmen decken eine große Bandbreite ab: ESP 2 zollt Miles Davis Tribut (Jazz Open Stuttgart 1994), The Band Utopia tut dies mit Frank Zappa (Jazz Open Stuttgart 1994), das Super Guitar Trio mit Al di Meola, Coryell und Bireli Lagrene ist mit einer Aufnahme aus dem Jahr 1990 vertreten, das Dave Holland Quintet spielt live auf dem Music Festival Freiburg 1986 und das Modern Jazz Quartet feiert sein 40-jähriges Bestehen auf dem JazzGipfel Stuttgart 1992. Infos: www.tdk-mediactive.com

Neu bei Art Haus Musik

  • Mozart: Die Zauberflöte (Ludwigsburger Festspiele 1992), 100 188
  • Offenbach: Hoffmanns Erzählungen (Lyon 1993), 100 190
  • Previn: A Streetcar Named Desire (San Francisco 1998), 100 138
  • The Mystery Of Chopin. Dokumentation von Tony Palmer, Valentina Igoshina spielt Chopin, 100 176
  • Best of Jazz Open Stuttgart 1998, 100 196

Frau und Tod
Sie sterben einen stillen oder besonders spektakulären Tod, sie entschwinden lautlos in das Reich des Todes oder werden grausam ermordet, ihr Leben verläuft meist dicht an der Grenze zum Jenseits und dabei reißen sie nicht selten andere mit in den Tod: Die Femmes fragiles und Femmes fatales der Jahrhundertwende erleben und erleiden exzeptionelle Todesarten, die auch in der Musik facettenreich zelebriert werden. Um diese Thematik kreisen zahlreiche Fragen und diese geheimnisvollen Sphären übten auf Literaten, Maler und Komponisten der Jahrhundertwende gleiche Faszination aus. Immer wieder findet sich das Sujet in einer enormen Vielzahl und Vielfalt in der Musik zwischen Romantik und Moderne. Die Musikwissenschaftlerin Melanie Unseld breitet in ihrem Buch, quer durch die ästhetischen Schulen, ein umfassendes Spektrum zu dieser Thematik aus. yd

Melanie Unseld: „Man töte dieses Weib!“. Weiblichkeit und Tod in der Musik der Jahrhundertwende, Metzler Verlag, Stuttgart 2001, 288 Seiten, 79,80 Mark

Weitere Neuerscheinungen

  • Alfred Stenger: Anne Sophie Mutter. Die Schönheit des Violinklanges, Florian Noetzel Verlag, Heinrichshofen 2001, 155 Seiten, 48 Mark
  • Dieter Senghaas: Klänge des Friedens. Ein Hörbericht. Edition Suhrkamp, Frankfurt a. M. 2001, 188 Seiten, 17,90 Mark
  • Klaus Demutz: Die Außenseiter-Welten des Peter Zadek. Edition Burgtheater, Bd. 1. Residenz Verlag, Salzburg 2001, 239 Seiten, 55 Mark

Erwin Schulhoff: Susi. Fox-Song für Klavier solo oder für ein Melodie-Instrument (in C, B, Es) und Klavier. Schott ED 8930
In diesem Gelegenheitswurf von 1937 lernt man den Improvisator unter damaligem Pseudonym Eman Balzar kennen, der die Klavierhände swinging ermuntert. Noch dufter wirkt Susi, wenn die harmlose Melodiestimme oben drüber, keck geblasen oder gestrichen, den Ductus abgibt.

Michael Radanovics: jotted down/ aufnoti(e)rt. Trio für Flöte, Violoncello und Klavier (1998). Doblinger D 07356
Die sieben originellen, weil im Charakter ganz unterschiedlich angelegten Charakterstücke dieses Steyrischen Komponisten erfordern rhythmische und tonliche Mobilität. Expressiv, launisch, locker bis fetzig muss diese hinreißend launische Suite in der klassischen C.-M.-v.-Weber-Besetzung angepackt werden.

Luigi Picchianti (1786–1864): Trio F-Dur für Flöte, Klarinette (B), Fagott. Thomi-Berg TB 952, ISMN M-2023-0052-7
Hier gilt es ein wenig schwieriges, aber frisches und heiteres Kammermusiktrio des vergessenen Florentiners zu entdecken. Diese Herausgabe, Partitur und Stimmen, besorgt von Hans-Peter Vogel, gibt Spielhilfen durch sinnvolle Einzeichnung von Phrasierung und Artikulation.

Jirí Laburda (geb. 1931): Quintetto (LABWV 222) für Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier. Haas-Musikverlag, Köln ISMNB M-50000-271-0
In diesen vier musikantischen Quintettsätzen, die sich traditioneller Ausdrucksmittel bedienen, mischen sich die drei instrumentalen Register klanglich und motivisch in interessanter Weise. Nur mittelschwierig im Anspruch, 19 Minuten Spieldauer.

Louise Farrenc (1804–1875): Trio für Klavier, Klarinette und Violoncello Es-Dur op. 44. Musica Rara MR 2250, Breitkopf. ISMN M 004 48795 2
Von dieser zu Lebzeiten sehr geschätzten Pariser Pianistin und Komponistin aus der Schule Anton Reichas und ihren zahlreichen unveröffentlichten Kammermusikwerken hat John P. Newhill dieses groß angelegte lohnende konzertante Opus aus der Pariser Nationalbibliothek ausgegraben, fein säuberlich editiert und damit dieser „bedeutendsten Komponistin aus der Mitte des 19. Jahrhunderts“ (MGG) zum verdienten Comeback verholfen.

Tobias Giesen (geb. 1970): Trio mit Variationen des Bach-Chorals „Komm, o Tod, du Schlafes Bruder“ (1996) für Klarinette, Violoncello und Klavier. Ed. Dohr 96352. ISMN M-2020-0352-7
Dieses in einem deutsch-polnischen Kompositionswettbewerb 1996 prämierte und uraufgeführte Werk, das in seinem Kontrast erhebliche Ansprüche an Interpretation wie Hörer stellt, ist von hoher musikalischer Intensität, einerseits energiegeladen und agressiv, andererseits sich wieder ganz zurücknehmend, wenn sich der Choral kontrapunktisch verarbeitet andeutet.

Ursula Keusen-Nickel (geb. 1932): Fantasie und Sardana für Piccolo, Flöte, Violine (Altflöte) und Violoncello. Tonger 3081 P.J.T., ISMN M-005-30811-9
Die vielseitige Musikerin präsentiert, als Ergebnis und auf Erfahrungen künstlerisch-pädagogischer Tätigkeit beruhend, eine ganze Serie musikantischer Stücke in originellen Besetzungen, die spontanes Musizieren ermöglichen, so zum Beispiel diese spanischen Impressionen.

Eckart Rohlfs

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