Die etwas andere Elbphilharmonie - Deutscher Musikrat hat gewählt - Musische Realschule - GEMA-Konzept: Einsparen - Jazzverstärkung auf Bundesebene
Die etwas andere Elbphilharmonie
Premiere für einen Container: die erste Spielzeit für Hamburgs mobilen Miniatur-Konzertsaal
Im Schatten der Hamburger Elbphilharmonie stand diesen Sommer ein kleiner Container, der sowohl Ausstellungsraum als auch Konzertsaal war. Mit diesem mobilen Wahrzeichen der Hansestadt will das Netzwerk KLANG! der Hochschule für Musik und Theater bereits im zweiten Jahr den Hamburgern zeitgenössische Musik näherbringen. Bis Ende Oktober kann der mobile Miniatur-Konzertsaal noch am Hamburger Elbstrand in Övelgönne besucht werden. Der KLANG!-Container präsentiert ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm mit Konzerten, Filmen und den „Impressionen – Neue Musik in Hamburg“, die anhand von Fotos und Klangbeispielen Einblicke in das kreative Schaffen der Neuen Musikszene Hamburgs gewähren. Wechselnde Klanginstallationen setzen den KLANG!-Container in Bezug zu seinem jeweiligen Standort und verwandeln ihn somit in eine räumlich-audiovisuelle Installation im öffentlichen Raum. Einen Film über den KLANG!-Container können Sie unter www.nmzmedia.de ansehen.
Deutscher Musikrat hat gewählt
Martin Maria Krüger als Präsident im Amt bestätigt
Die Generalversammlung des Deutschen Musikrates hat den amtierenden Präsidenten Martin Maria Krüger im Amt bestätigt. Mit der denkbar knappsten Mehrheit von 49 zu 47 Stimmen obsiegte er in einer Richtungswahl gegen Hans Bäßler, bisher einer der Vizepräsidenten. Bäßler errang bei der Wahl der übrigen Präsidiumsmitglieder dann die respektable Spitzenposition mit über 80 Prozent Zustimmung: Für Krüger beginnt die dritte Amtszeit wie die erste nach der Insolvenz des DMR: mit hauchdünner Mehrheit, die vermutlich auch durch eine überraschend hohe Zahl sonst nie gesehener oder neuer Mitgliedsverbände zustande kam. Für die folgenden vier Jahre wurde wie folgt gewählt: Präsident ist Prof. Martin Maria Krüger, die Vizepräsidenten sind Prof. Udo Dahmen (Percussion Creativ), Hans-Willi Hefekäuser (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Chorverbände). Und Hartmut Karmeier (Deutsche Orchestervereinigung).
Als weitere Präsidiumsmitglieder wurden gewählt: Prof. Dr. Hans Bäßler (VDS, AfS), Jens Cording (Gesellschaft für Neue Musik Deutschland), Prof. Kapt. Ernst Folz (Landesmusikrat Bremen), Prof. Dieter Gorny (Bundesverband Musikindustrie), Prof. Reinhart von Gutzeit (Verband deutscher Musikschulen), Erik Hörenberg (Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände), Prof. Dr. Karl-Jürgen Kemmelmeyer (Landesmusikrat Niedersachsen), Dr. Uli Kostenbader (Landesmusikrat Baden-Württemberg), Prof. Dr. Eckart Lange (Landesmusikrat Thüringen), Dr. Ulrike Liedtke (Landesmusikrat Brandenburg), Wilhelm Mixa (Deutscher Tonkünstlerverband), Stefan Piendl (Jeunesses Musicales Deutschland), Dr. Winfried Richter (Verband deutscher Musikschulen), Dagmar Sikorski (Deutscher Musikverleger-Verband) und Prof. Wolfhagen Sobirey (Landesmusikrat Hamburg).
Mehr zum Deutschen Musikrat auf Seite 1.
Musische Realschule
Mit einer neuartigen Schulkooperation starten die Hofer Symphoniker zusammen mit der Staatlichen Realschule Naila in das neue Schuljahr 2009/2010. Die Realschule Naila wird somit bayernweit die erste und einzige Realschule mit einem „musischen Zweig“ in dieser Form sein. Der Musikunterricht im musischen Zweig an der Realschule ist dreistündig und analog zum musischen Gymnasium werden die Schüler in praktischen und schriftlichen Schulaufgaben geprüft. Hinzu kommen der Instrumentalunterricht sowie das Ensemblespiel am Nachmittag. Ein zweiter Schwerpunkt wird im Fach Kunsterziehung gesetzt. Die in der Stundentafel verankerte Musikstunde wird hier dem Fach Kunst zugeschrieben. Ein zusätzliches Wahlfachangebot in Theater, Licht- und Tontechnik, Schreibwerkstatt oder Grafisches Gestalten am PC ergänzt die musisch-gestaltende Ausrichtung. Lesen Sie hierzu einen ausführlichen Beitrag auf der Seite 51 (vbs) der Verbandsausgabe.
www.hofer-symphoniker.de / www.rsnaila.de
GEMA-Konzept: Einsparen
Werden nun Bezirksdirektionen geschlossen oder nicht? Bei den GEMA-Mitarbeitern herrscht Unruhe, eine Pressemeldung war vergangenen Monat auf die andere gefolgt. Nach der Aufsichtsratssitzung vom 14. Oktober ging die Pressestelle der GEMA mit einer Meldung an die Öffentlichkeit, dass der Vorstand beauftragt worden sei, „die zuständigen Arbeitnehmervertretungen über die Planung des Zusammenschlusses der Bezirksdirektionen München und Nürnberg in Nürnberg, Augsburg und Stuttgart in Stuttgart sowie Hannover und Hamburg in Hamburg aus wirtschaftlichen Gründen zu unterrichten, mit den zuständigen Arbeitnehmervertretungen diese Planungen zu beraten (...)“.
Vier Tage später folgte eine Pressemeldung des Aufsichtsrates der GEMA mit dem Titel „Klarstellung des Aufsichtsrats der GEMA zu den angeblich „beschlossenen Zusammenschlüssen“ der GEMA-Bezirksdirektionen. In dieser Erklärung wurde von Fehlinterpretationen einiger Medien gesprochen. Die Gewerkschaft ver.di spricht ihrerseits von rund 110 betroffenen Mitarbeitern. Ende 2006 hatte der Vorstand der GEMA alle Tarifverträge gekündigt, konnte sich aber damit nicht durchsetzen.
Lesen Sie dazu auch das nmz-Interview mit dem neuen GEMA-Aufsichtsratsvorsitzenden Jörg Evers auf Seite 13.
Jazzverstärkung auf Bundesebene
Bei ihrer Sitzung am 22. Oktober 2009 haben sich die Teilnehmer der Bundeskonferenz Jazz (BKJazz), einem informellen Zusammenschluss verschiedener Verbände und Akteure des Jazz in Deutschland, darauf verständigt, den Dialog mit Politik und Verwaltung auf Bundesebene zu intensivieren. Ebenfalls wurde das Ziel formuliert, die Aktivitäten der BKJazz zu bündeln und zu diesem Zweck eine Geschäftsstelle in Berlin einzurichten. Bei dieser Sitzung wurde auch ein Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages zu den „Fördermodellen der aktuellen Musik auf Ebene von Bund, Ländern und Kommunen“ ausgewertet. Dieses Gutachten stellt unter anderem fest, dass kleinere Spielstätten „um ihr wirtschaftliches Überleben kämpfen“ und dort „die Anzahl der Live-Musik-Konzerte abnimmt“. Dies mache einmal mehr deutlich, wie notwendig eine „gemeinsame Förderstruktur von Bund, Ländern und Kommunen zur Förderung von Spielstätten in Deutschland“ sei. „Eine Spielstättenförderung, für die sich alle im Bundestag vertretenen Parteien im Wahlkampf ausgesprochen haben, muss dringend kommen, damit sich der Jazz in Deutschland weiterentwickeln kann“, so Peter Schulze, Sprecher der BKJazz. Deshalb sei die Vertretung des Jazz im politischen Berlin ein wichtiger Schritt. Bereits vor der Bundestagswahl 2009 hatte die BK Jazz mit ihren Wahlprüfsteinen an die Parteien eine Debatte über Jazzförderung auf Bundesebene angestoßen.
Musikalische versus ästhetische Bildung
Am 27. und 28. November 2009 veranstalten der Baden-Württembergische und der Bayerische Landesmusikrat in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung eine Tagung unter dem Titel „Musikalische versus ästhetische Bildung“. Dabei geht es um die Rahmenbedingungen für zukünftigen Musikunterricht. Hintergrund ist der Konflikt zwischen musikalischer Fachdidaktik und dem so genannten musisch-ästhetischen Gegenstandsbereich, der vielerorts an den Grundschulen den klassischen Musikunterricht verdrängt hat. Tagungsort ist die Akademie der Hanns-Seidel-Stiftung in München. Anmeldung bis spätestens 13. November unter E-Mail: Ref0204 [at] hss.de (Ref0204[at]hss[dot]de)