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Es liegt mir fern, irgend jemandem zu nahezutreten, doch möchte ich – um vielleicht das Bild ein wenig zu objektivieren, zu relativieren – einige Gedanken zu dem Thema Helfgott/Feuchtwanger gerne äußern. Zwei Zitate möchte ich vorausstellen:
1. R.M. Rilke: Berühmtsein beruht auf einer Summe von Mißverständnissen.
2. J.W. von Goethe: Was ist das Schwerste von allem? Das, was dich das Leichteste dünket. Nämlich das zu sehen, was vor Deinen Augen Dir liegt.
Beide Zitate kann ich heute voll unterstreichen, nachdem ich, nach der A. Schönbergschen Maxime handelnd, mindestens zwanzig Jahre gesucht habe. Es war eine lange und komplizierte ‘Reise’, geboren aus dem Trieb, wissen zu wollen – und ich will noch mehr wissen, weil es so ungeheuer spannend ist –, deren Verlauf, wenn das Leben es will, ich vielleicht einmal in einer Selbstbiographie niederschreiben werden.
Der Zufall wollte es, daß an einem internationalen Kurs, den ich leitete, auch ein Feuchtwanger-Schüler teilnahm, ein hervorragender Mann. Darüber hinaus kamen weitere sehr gute junge Musiker von Konservatorien und Musikhochschulen acht europäischer Hauptstädte. Daß dieser Kurs grandios verlaufen sollte – wir waren insgesamt 17 Personen, die zehn Tage intensiv zusammen arbeiteten – konnte ich nicht ahnen, doch, was mir das Wichtigste war: ich konnte erkennen, was alles nicht gewußt wurde. Man machte sich ständig Notizen. Schließlich wurde mir einmütig erklärt – sie alle hatten bereits mehrere Meisterkurse mitgemacht –, daß sie einen derartigen Kurs noch nicht erlebt hätten.
(...) Vielleicht gelingt es mir, mein kleines Institut in den nächsten Jahren soweit zu entwickeln, daß sich Impulse bemerkbar machen.
Horst Klammer, Berlin