Die millionenschwere Sanierung der Berliner Staatsoper droht wie der Hauptstadtflughafen zu einer unendlichen Geschichte zu werden. Entgegen ihrer Zusage konnte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher am Mittwoch vor den Bau- und Kulturexperten des Abgeordnetenhauses erneut keinen Termin für die Wiedereröffnung des renommierten Hauses nennen. Sie sei aber zuversichtlich, bis Ende des Jahres einen verbindlichen Fahrplan für die Rückkehr der Oper vom Schiller Theater in das Stammhaus Unter den Linden vorstellen zu können, sagte Lüscher bei einer Baustellenbesichtigung.
Ursprünglich sollte die 2010 begonnene Sanierung schon 2013 abgeschlossen sein. Nach mehrfacher Verschiebung hatte die Bauverwaltung Anfang des Jahres zugesagt, zumindest noch vor der Sommerpause einen verbindlichen Termin zu nennen. Sie könne diese Zusage nicht einhalten, so Lüscher. Der Rohbau des Bühnenturms, ein «Meilenstein» des Projekts, sei noch mit vielen Risiken behaftet.
Zudem habe die Insolvenz der beauftragten Haustechnikfirma für Verzögerungen gesorgt. Auch eine Kostenprognose sei noch nicht möglich.
Statt der ursprünglich geplanten 242 Millionen Euro waren zuletzt 296 Millionen Euro im Gespräch. Den Löwenanteil der Finanzierung trägt der Bund. Zudem hat die Staatsoper durch das kleinere Ausweichquartier im Schiller Theater erhebliche Einnahmeausfälle.
Bei der Sanierung soll nach dem Wunsch von Generalmusikdirektor Daniel Barenboim die Decke in dem Operngebäude angehoben werden, um die Nachhallzeit der Musik von 1,1 auf 1,6 Sekunden zu verlängern.
Zudem gibt es ein neues Probenzentrum mit einem unterirdischen Verbindungsbau. Die Entdeckung alter Pfahlbauten im Untergrund hatte den Tunnelbau massiv erschwert und so zu den Verzögerungen beigetragen. Die Staatsoper ist Berlins renommiertestes Musiktheater.