Hauptbild
«Geige von Buchenwald» erklingt wieder - erstes Konzert in Erfurt. Foto: Hufner
Geigerin Anne Schumann bekommt Fasch-Preis 2019. Foto: Hufner
Hauptrubrik
Banner Full-Size

270 Euro Tagessatz – Empfehlung des FREO für einen Stufenplan

Publikationsdatum
Body

Die Verankerung von Honoraruntergrenzen in öffentlichen Förderprogrammen ist eine Notwendigkeit, um langfristig die Einkommenssituation selbstständiger Musiker*innen zu verbessern. Vor diesem Hintergrund unterstützt FREO e.V. in einer Stellungnahme das Rechenmodell des Deutschen Musikrats (DMR), da es die Spezifika selbstständiger Arbeit transparent macht und deutlich aufzeigt, welche Faktoren in der Entwicklung von Honorarstandards berücksichtigt werden müssen. Gleichzeitig warnt FREO aber vor einer überstürzten Umsetzung, die ein Mitwachsen der Strukturen verunmöglicht und am Ende zu einer Überforderung des Systems und einem unwiderruflichen Wegbrechen existentieller Strukturen in der freien Musikszene führt.

FREO e.V. plädiert deshalb für einen alternativen Stufenplan, verbunden mit der Aufstockung öffentlicher Förderprogramme: Etablierung der Honoraruntergrenze bei einem Tagessatz von 270 Euro im Jahr 2024. In den Folgejahren: Anstieg in Schritten von je +20% bis zum vom DMR errechneten Tagessatz von 675 Euro.

FREO e.V. fordert die politischen Entscheidungsträger*innen auf, jetzt, anhand von Förderungen der letzten Jahre, die finanziellen Auswirkungen einer Honoraruntergrenze bei einem Tagessatz von 270 Euro zu ermitteln und diese Zahl als Grundlage für notwendige Aufstockungen in den Kulturhaushalten heranzuziehen.

Nachhaltiger Stufenplan: Schritt für Schritt gemeinsam zum Ziel

„Die Etablierung von Honoraruntergrenzen bei öffentlicher Förderung kann nur gelingen und nachhaltig Wirkung entfalten, wenn wir dieses Unterfangen als Prozess verstehen und die öffentlichen Fördertöpfe und Kulturhaushalte anwachsen. Gelingt dies nicht, droht ein flächendeckender Kahlschlag wichtiger bestehender Strukturen in der freien Szene, wodurch große Teile des kulturellen Angebots und Arbeitsmöglichkeiten für Musiker*innen unwiederbringlich wegbrechen“, warnt Tobias Rempe, Vorsitzender des FREO e.V.

Es braucht das Bündnis mit der Politik und die Vereinbarung eines gemeinsamen Stufenplans, der

  1. den politischen Entscheidungsebenen in Kommunen, Ländern und Bund die Möglichkeit gibt, ein Mitwachsen der öffentlichen Haushalte und Förderprogramme umzusetzen.
  2. den betroffenen Akteuren in der Musikszene die Chance und Zeit gibt, sich mit der veränderten Situation auseinanderzusetzen und ihre finanziellen Planungen entsprechend anzupassen.

Darüber hinaus schließt sich FREO e.V. den Forderungen des Deutschen Musikrats an. Die ganze Stellungnahme finden Sie im Anhang sowie weitere Informationen unter www.freo.online

 

Ort