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Bildende Kunst aktuell+++Bildende Kunst aktuell+++

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Kunsthalle Baden-Baden präsentiert Avantgarde-Kunst+++Lindenau-Museum Altenburg zeigt Kunstbibliothek+++Kunst in Köln - Messe-Trio zeigt Werke aus allen Epochen+++Müller kürt Preisträger des Gründerwettbewerbs Multimedia+++Dauerausstellung in Mainzer Domschatzkammer eröffnet+++Russische Avantgarde in Duisburg - Museum zeigt Rodtschenko-Arbeiten+++Skurrile Milieustudien von Heinrich Zille in Regensburg+++Pasinger Ausstellung zeigt neapolitanische Lebensfreude+++Beinahe vergessene Kunst im «Zeitenspiegel» der Moritzburg-Galerie+++Neuer MMK-Direktor Kittelmann setzt auf die Sammlung+++Ausstellung «Europaweit - Kunst der 60er Jahre» in Karlsruhe+++

Baden-Baden (ddp). Die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden präsentiert ab Samstag bis zum 16. Juni moderne Avantgarde-Kunst der Sammlung Schürmann. Unter dem Motto «Prophets of Boom» sind die verschiedenartigsten Werke namhafter Künstler wie Edgar Arcenaux, Sam Durant, Zoe Leonard, Hans Niehus, Cady Noland, Albert Oehlen, Raymond Pettibon, Johannes Wohnseifer und Silvie Fleury zu sehen.
Kunsthallen-Leiter Matthias Winzen betonte am Freitag, die Installationen, Gemälde, Fotografien, Plakate und Skulpturen machten die Ausstellung zu einer skurillen Mischung. Er fügte hinzu: «Es geht darum, gegen den visuellen Analphabetismus anzukämpfen.» Die Werke wollten den Betrachter zum Weiterdenken und genauen Beobachten motivieren.
Der Aachener Sammler Wilhelm Schürmann greift ausschließlich aktuelle Themen auf und geht den Fantasien, Funktionsweisen und Widersprüchen der täglichen Bildergegenwart in den Medien nach. Denn massenmedial veröffentlichte Fotos etwa von Ché Guevara und Marilyn Monroe führten ein Eigenleben. Schürmann betonte: «Pop und Politik vermengen sich.» Das Visuelle bekomme eine eigene Brisanz.

Altenburg (ddp-lth). «Sichtungen» präsentiert das Lindenau-Museum Altenburg ab Sonntag in seiner neuesten Ausstellung. Gesichtet wurde im Zuge ihrer wissenschaftlichen Neuerschließung die historische Kunstbibliothek des Museumsgründers Bernhard August von Lindenau (1779-1854). Nun wurden annähernd 200 der wertvollsten Bücher in der Schau vereint. Damit könne die Exposition nur einen kleinen Einblick in den wertvollen Bestand geben, sagte Museumsdirektorin Jutta Penndorf am Freitag in Altenburg. Immerhin umfasse er insgesamt mehr als 2000, vorrangig aus dem 19. Jahrhundert stammende Bände und gehöre zu den bedeutendsten historischen Bibliotheken Thüringens.
Ihr besonderer Stellenwert erschließe sich aus dem Bildungsanliegen Lindenaus und unterstreiche dessen komplexes Sammlungskonzept. Die Publikationen, deren Erst-Edition zum Teil bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht, sollten nicht nur den Bestand an Bildern, Vasen und antiken Skulpturen ergänzen. Vielmehr sollten sie den Schülern der Kunstschule, die 1848 zeitgleich mit dem Museum eröffnet wurde, als Arbeitsmittel dienen. Lindenau trug sowohl Belletristik, Literatur zu allen Bereichen der bildenden und angewandten Kunst und der Philosophie zusammen als auch geografische, geologische, technische Werke, Enzyklopädien und Reiseliteratur. Darunter finden sich zahlreiche Erst-Editionen über die wichtigsten Ausgrabungen jener Zeit in Ägypten, Griechenland und Italien.
Das widerspiegelt auch die Ausstellung, die neben repräsentativen Büchern zahlreiche Blätter aus Grafikmappen zeigt. Zu ersteren gehört eine Prachtausgabe der «Reise nach Südamerika» von Alexander von Humboldt aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Herausragendes Beispiel für die grafischen Arbeiten sind die «Le Antichita Romane» von Giovanni Battista Piranesi (1720-1778). Der italienische Kupferstecher und Architekt gab mit diesen Blättern eine umfassende Darstellung der Baukunst in Rom. Dabei hielt er sowohl damals im Stadtbild Überliefertes im Bild fest als auch bei Ausgrabungen Entdecktes.
Die jetzige Schau, die nach ihrer Eröffnung am Sonntag bis zum 9. Juni dienstags bis sonntags von 10.00 bis 18.00 Uhr besichtigt werden kann, soll fortgeführt werden. Geplant sind nach Worten Jutta Penndorfs Ausstellungen zu den verschiedensten Themen, die sich anhand des Bestandes darstellen lassen. Geplant ist außerdem ein kommentierter Gesamtkatalog der Kunstbibliothek. Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Publikation erscheint voraussichtlich im Sommer.
(www.lindenau-museum.de)

Köln (ddp). Kunst aus allen Epochen steht im Mittelpunkt der 33. Kunst Messe Köln, die vom Samstag bis zum 21. April auf dem Messegelände der Domstadt stattfindet. Mit der zeitgleich laufenden 3. KUNSTKÖLN und der 16. Antiquariatsmesse wird Kunstfreunden ein attraktives Angebot präsentiert, wie KölnMesse-Geschäftsführer Bernd Aufderheide am Freitag sagte. Insgesamt 309 Galerien, Kunsthandlungen und Antiquare aus 14 Ländern stellen Tausende von Werken aus. Der Messe-Dreierpack hatte im vergangenen Jahr 32 000 Besucher angelockt.
Angel- und Drehpunkt der drei Kölner Frühjahrsmessen ist die Kunst Messe Köln. Sie verzeichnet eine große Zahl an Altausstellern sowie etliche Neuzugänge, wie Aufderheide unterstrich. Möbel, Schmuck, Skulpturen, Porzellan oder Handzeichnungen alter Meister gehören zum Angebot. Serviceangebote wie der Stand für junger Sammler mit Schnäppchenangeboten sollen den Erlebniswert steigern.
Die Antiquariatsmesse habe ihren hohen Bekanntheitsgrad nicht zuletzt ihrem breit gefächerten Angebot an alten Büchern und Grafiken zu verdanken, hieß es. Neben Drucken aus dem 15. bis 20. Jahrhundert gibt es auch ein breites Angebot an Autographen.
Der jüngsten Kunst widmet sich die KUNSTKÖLN. Sie konzentriert sich auf Editionen, Art Brut, Kunst nach 1980 und Fotografie. Mit dem «KUNSTKÖLN»-Preis sollte am Freitag der Künstler Sigmar Polke ausgezeichnet werden. Mit dem Preis in Höhe von 10 000 Euro werde ein künstlerisches Werk gewürdigt, in dem Aspekte des Seriellen oder die Auseinandersetzung mit Multiplikationstechniken eine Rolle spielten, sagte ein Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Kunstverleger (BDKV).
(Internet: www.kunstkoeln.de)

Berlin (ddp). Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) hat am Freitag in Berlin die Preisträger des fünften Gründerwettbewerbs Multimedia ausgezeichnet. Unter den 16 Preisträgern ist unter anderem die NeuroXX GmbH aus Barleben bei Magdeburg (www.neuroxx.de), die sich mit der Steuerung von Computern etwa durch Muskelbewegungen und Atmung beschäftigt. Prämiert wurde auch die UZR GmbH aus Hamburg (www.uzr.de) für ein neues Verfahren zur Digitalisierung räumlicher Daten. Die komplette Liste der Preisträger ist auf der Website des Bundeswirtschaftsministeriums unter www.bmwi.de zu finden.
Müller zog eine positive Bilanz der bisherigen fünf Gründerwettbewerbe. Knapp die Hälfte der Wettbewerbsteilnehmer hätten auch tatsächlich ein Unternehmen gegründet, sagte Müller. Aktiv auf dem Markt seien über 1000 Unternehmen, die einen Umsatz von mehreren hundert Millionen Euro erzielten. Schätzungen nach hätten diese Firmen rund 10 000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Trotz der wirtschaftlichen Flaute haben Müller zufolge nur sechs Prozent der aus dem Wettbewerb hervorgegangenen Unternehmen wieder dicht gemacht.
Für den fünften Gründungswettbewerb Multimedia waren 224 Gründungsideen eingereicht worden. Eine Jury aus Wirtschaft und Wissenschaft wählte 49 Konzepte zur Prämierung durch das Wirtschaftsministerium aus. Die besten 16 Gründungsideen werden mit Preisgeldern von jeweils 10 000 Euro ausgezeichnet. Das Spektrum der eingereichten Ideen reichte von 3D-Visualisierungsverfahren in unterschiedlichen Anwendungsbereichen bis hin zu Lern- und Wissensmanagementsystemen im Internet und Multimedia für industrielle Anwendungen.

Mainz (ddp-swe). In der neuen Mainzer Domschatzkammer sind ab sofort über hundert Ausstellungsstücke aus zehn Jahrhunderten zu bewundern. Die neue Kammer im Dom- und Diözesan-Museum wurde am Freitag eröffnet, wie ein Sprecher des Bistums Mainz mitteilte. Die Dauerausstellung zeige zahlreiche wertvolle Exponate wie Monstranzen, liturgische Gefäße, bischöfliche Insignien oder spätgotische Bildteppiche aus dem 10. bis 20. Jahrhundert. Nach Bistumsangaben sind viele der Ausstellungsstücke der Öffentlichkeit erstmals zugänglich, da sie sich bislang in den Pfarreien des Bistums oder der Domsakristei befanden.
Laut Bistum besteht die neue 400 Quadratmeter große Domschatzkammer aus drei Räumen. Herzstück sei die ehemalige Nikolauskapelle aus dem 15. Jahrhundert an der Westseite des Domkreuzganges. Die neue Schatzkammer ist Dienstags bis Sonntags zwischen 10.00 und 17.00 Uhr geöffnet.

Duisburg (ddp). Das Wilhelm Lehmbruck Museum in Duisburg zeigt Arbeiten des russischen Avantgarde-Künstlers Alexander Rodtschenko (1891 - 1956). Von Sonntag bis 19. Mai sind 32 zwischen 1918 und 1921 entstandene Raumkonstruktionen zu sehen, wie ein Museumssprecher am Freitag erklärte. Nach Plänen und Fotos wurden die nicht realisierten Werke nun von Alexander Lawrentjew, einem Enkel des Künstlers, nachgebaut. Obwohl kaum Originale von Skulpturen Rodtschenkos existieren, gaben sie der Kunst des 20. Jahrhunderts wesentliche Impulse.
Mit seinen geometrischen Arbeiten gilt Rodtschenko als Mitbegründer des Konstruktivismus. Als Mitglied der Moskauer Künstlergruppe INChUK (Institut für Künstlerische Kultur) arbeitete er mit Vladimir Tatlin und Wladimir Majakowski zusammen und revolutionierte die Formsprache der Bildhauerei, Bildenden Kunst und Fotografie. Als Ergänzung zu seinen Arbeiten zeigt die Duisburger Schau ein Eckrelief von Tatlin. Werke von Naum Gabo, Laslo Moholy-Nagy und Frank Stella spiegeln zudem den Einfluss Rodtschenkos auf nachfolgende Künstlergenerationen wider.
(Internet: www.lehmbruckmuseum.de)

Regensburg (ddp-bay). Die Ausstellung «Heinrich Zille - Bilder einer Großstadt» zeigt den vor allem als Zeichner skurriler Mileustudien bekannten Künstler schwerpunktmäßig mit seinem fotografischen Werk. Im Donau-Einkaufszentrum Regensburg sind ab Samstag bis 27. April rund 80 Arbeiten aus den Bereichen Fotografie, Druckgrafik und Literatur zu sehen, die Zilles Blick auf das Berlin zwischen 1890 und 1910 präsentieren. Vor allem die fotografischen Arbeiten Zilles zeigen aufgrund ihrer Modernität und ästhetischen Neuheiten die Vielseitigkeit des Künstlers über den «typischen Zille» hinaus. Die Schau ist Montag bis Freitag von 9.00 bis 20.00 Uhr, samstags von 9.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Umfangreiche Zille-Kataloge sind aufgelegt. Mehr unter Telefon 0941 507-1410.

München (ddp-bay). In der Pasinger Fabrik sind ab Samstag bis 5. Mai 2002 gleich zwei Ausstellungen neapolitanischer Herkunft zu sehen. In der Galerie 1 zeigt der über Italien hinaus bekannte Künstler und Designer Riccardo Dalisi unter dem Titel «Tarantella Dal Profondo» die Fülle überbordender ornamentaler Bildwelten, wie sie magisch-mystisch seit Jahrhunderten Ausdruck neapolitanischer Lebensfreude sind. In Galerie 2 und 3 präsentieren 16 neapolitanische Künstler unter dem Motto «Der Vesuv, mein Freund» ihre Ansichten zum Thema «Vulkan». Beide Ausstellungen sind täglich außer Montag von 14.00 bis 20.00 Uhr, Samstag und Sonntag von 11.00 bis 20.00 Uhr zu sehen. Der Eintritt kostet jeweils 2 Euro, ermäßigt 1 Euro. Mehr unter Telefon 089/829 290 79 oder im Internet unter www.pasinger-fabrik.com.

Halle (ddp-lsa). Das Wissen über die Kunst des 20. Jahrhunderts ist aus Sicht des Wiesbadener Kunstsammlers Gerhard Schneider erweiterungsbedürftig. Viele Künstler und ihre Werke seien trotz hoher Qualität zu Unrecht weitgehend vergessen. Den Beweis will Schneider mit der Ausstellung von knapp 200 Arbeiten aus seiner rund 15 000 Werke umfassenden Sammlung in der Moritzburg-Galerie Halle antreten. Sie wird am Sonntag im Nordflügel des Landeskunstmuseums eröffnet und ist laut Museumsdirektorin Katja Schneider eines der wichtigsten Vorhaben der Galerie in diesem Jahr.
Kunst expressiver Gegenständlichkeit habe er zusammengetragen, betonte der Sammler am Donnerstag in der Saalestadt. Ihn interessierten nicht große Namen, sondern das Phänomen einer beinahe vergessenen Kunst. Unter dem Titel «Zeitenspiegel 1910-1945» verdeutliche die Schau deshalb auf eindrucksvolle Weise das Schicksal zweier Künstlergenerationen. Der Schwerpunkt liegt auf der Präsentation von Kunstwerken, die während des Nationalsozialismus als «entartet» verfemt worden waren. Zugleich wird dem Schicksal verfolgter Künstler nachgegangen.
Die bis zum 16. Juni geöffnete Schau lässt aus sehr individueller Sicht die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts lebendig werden vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs über die nachfolgende Revolution, die gesellschaftlichen Spannungen der 20er und frühen 30er Jahre über die Zeit des nationalsozialistischen Regimes mit ihrem Rassenwahn bis zu den Gräueln des Zweiten Weltkriegs. Ein ausführlicher Katalog über die Schicksale figurativer Malerei und Grafik im 20. Jahrhundert begleitet die Schau ebenso wie Vorträge, Filme und speziellen Führungen. Auch ist eine Folgeschau mit Werken von 1945 bis 1990 geplant.

Frankfurt/Main (ddp). Der neue Direktor des Frankfurter Museums für Moderne Kunst (MMK) stellt sein Ausstellungsdebüt im Herbst unter einen programmatischen Titel. «Das Museum, die Sammlung, der Direktor und seine Liebschaften» nennt Udo Kittelmann, Nachfolger des Ende 2001 aus dem Amt geschiedenen Gründungsdirektors Jean-Christophe Ammann, seine erste große Schau.
Im Zentrum dieser Ausstellung und seiner künftigen Arbeit - daran ließ Kittelmann bei der Präsentation seiner Pläne am Donnerstag keinen Zweifel - wird die Sammlung des Museums stehen. Er betonte: «Das Museum muss wieder Museum werden, Ort der Reflexion.» Modischen Aktionismus in Form von Events, die «mit der Kunst selbst nichts zu tun haben», erteilte Kittelmann eine klare Absage.
Für die Schau im Herbst versprach er eine «Neupräsentation der Sammlung». Die «hohe internationale Reputation» und das «unverwechselbare Profil» der Kollektion will Kittelmann sichtbar machen. Ab 13. September soll ein Sammlungsausschnitt - ergänzt um aktuelle Neuerwerbungen - zu sehen sein. Die Werke sollen sich dabei «zu einem Komplott, zu einer Verschwörung» zusammenfinden. Die Art der Präsentation werde «ein Experiment sein», sagte Kittelmann. Dieses Risiko müsse jedoch eingegangen werden. Der Museumschef bat darum, «die Beweisführung» im Herbst antreten zu dürfen.
Kittelmann zufolge werden sich seine «Passionen und Obsessionen» in der Zusammenarbeit mit Künstlern, bei der Ergänzung der Sammlung niederschlagen. Er wolle dem Besucher bewusst machen, «dass die Bilder das Ereignis sind».
Als «Satelliten» will Kittelmann ab Herbst drei neugestaltete Räume im MMK verstanden wissen: Ein Platz für Werke eines auswärtigen Archivs, ein «Kinderzimmer», in dem Künstler Arbeiten speziell für Kinder gestalten, und die «Dornbracht Installation Projects» - Ort für Installationen, die der Iserlohner Badezimmerarmaturen-Fabrikant Dornbracht sponsert.
Den Anfang im Archiv macht eine Präsentation des Wiener Friedrich-Kiesler-Zentrums. Das MMK wird für ein Jahr zur Dependance des Zentrums und zum Ort der ersten umfassenden Präsentation des austro-amerikanischen Architekten, Künstlers und Bühnenbildners in Deutschland.
Zum Auftakt stellt das MMK Kieslers 1942 für Peggy Guggenheims New Yorker Galerie «Art of this Century» konzipiertes Ausstellungskonzept vor. Das Debüt des Kinderzimmers gestaltet der Düsseldorfer Künstler Hans-Peter Feldmann. Im Raum des «Dornbracht Installation Projects» macht der in Glasgow lebende Künstler Martin Boyce den Anfang.
Zunächst heißt es aber «Zwischenzeit im Museum für Moderne Kunst» - eine Schau, die in ihrem Titel auf die Interimsphase zwischen den Programmen der beiden Direktoren verweist und Kittelmanns Team Zeit für die Vorbereitungen auf die große Eröffnung im September geben soll. Passend zur neuen Programmatik beschränkt sich die «Zwischenzeit» auf Werke aus der Sammlung. Im Zentrum stehen bis 1. September zwei Werkgruppen der Bildhauer Andreas Slominski und Martin Honert.

Karlsruhe (ddp). Die unterschiedliche Ausrichtung der Kunst im geteilten Europa der 60er Jahre zeigt eine Ausstellung, die am Sonntag in Karlsruhe eröffnet wird. In der Schau «Europaweit - Kunst der 60er Jahre» sind rund 140 Arbeiten von Künstlern «diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs» aus den Jahren 1957 bis 1972 zu sehen, wie die Städtische Galerie am Freitag mitteilte. Gezeigt werden Werke der Pop-Art wie auch der Malerei in der DDR oder der nonkonformistischen Kunstszene in Moskau.
Während sich den Angaben zufolge in den 60er Jahren im Westen ein freier Kunstmarkt entwickelte, entfaltete sich in Osteuropa «neben der offiziellen, parteilich doktrinierten Kunst und Kultur eine inoffizielle, auf das Private beschränkte Kunstszene». So hätten sich die westlichen Künstler «offen mit den Phänomenen einer von Medien und Konsum bestimmten Wohlstandsgesellschaft» auseinandergesetzt, während sich die Kritik der Künstler im Osten «durch die Verrätselung ihrer Bildsprache» äußere. Ursächlich dafür sei ihre «beständige Angst vor Denunziation und politischer Verfolgung» gewesen.
Die Ausstellung ist bis 25. August zu sehen. Sie ist mittwochs von 10.00 Uhr bis 22.00 Uhr und donnerstags bis sonntags von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 6,50 Euro, ermäßigt 5 Euro.
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