Im Rahmen ihrer diesjährigen Gesellschafter- und Delegiertenversammlung hat die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH (GVL) am 20. Juni 2018 eine sehr gute Bilanz für das Jahr 2017 veröffentlicht. Mit Erlösen von rund 310 Mio. Euro übertrifft das aktuelle Jahresergebnis 2017 sogar das vorangegangene Rekordjahr 2016. Verantwortlich für die hohen Einnahmen sind zum zweiten Jahr in Folge zusätzliche Erlöse aus dem Bereich private Vervielfältigung, der Geräteabgabe auf Mobiltelefone, Tablets und PCs, die über die ZPÜ inkassiert wurden. Für die Folgejahre erwartet die GVL in diesem Erlössegment keine vergleichbar hohen Einnahmen.
Insgesamt erwirtschaftet die GVL in 2017 Erträge von rund 310 Mio. Euro aus Leistungsschutzrechten für Künstler, Hersteller und Veranstalter. Die GVL erzielt damit einen Einnahmenanstieg von 14,1 Prozent zum bereits sehr guten Ergebnis des Vorjahres 2016. Neben dem Erlössegment der privaten Vervielfältigung entwickelten sich die Erlöse in den Segmenten Sendevergütung (Radio, TV und Videoclips), öffentliche Wiedergabe, Vermittlung und Verleih sowie Kabelweitersendung im Berichtsjahr 2017 allesamt leicht positiv. Lediglich die von den Schwestergesellschaften weitergeleiteten Beträge sowie die Zinserträge waren in 2017 jeweils um gut 30 Prozent rückläufig. Die fallenden Zinserträge spiegeln dabei das allgemeine, anhaltend schwache Zinsniveau wider.
„Wir freuen uns mit unseren mehr als 154.000 Berechtigten, die nun auch in 2017 immens vom guten Ver-handlungsergebnis aus der Herstellerabgabe profitieren“, erklärt Dr. Tilo Gerlach, Geschäftsführer der GVL. Guido Evers, Geschäftsführer der GVL, ergänzt: „In Zeiten des technischen und strukturellen Wandels blicken wir zugleich erneut auf ein sehr ertragreiches Geschäftsjahr zurück. Wir werden den eingeschlagenen Weg der Modernisierung und Kundenorientierung fortführen, um weltweit für unsere Berechtigten und Partner zeitgemäße und zukunftsweisende Services zu erbringen.“
Auf der Gesellschafter- und Delegiertenversammlung am Mittwoch, den 20.06.2018, wurden überdies die Verteilungspläne der Nutzungsjahre ab 2016 angepasst und von den Gremienmitgliedern freigegeben. Zusätzlich zu den bereits beschlossenen Zuwendungsanträgen wurden drei weitere Projekte positiv bestätigt. In den Jahren 2018 und 2019 dürfen sich folgende weitere Institutionen über eine Förderung der GVL freuen:
- der Felix Mendelssohn Bartholdy Hochschulwettbewerb
- der Verband der HörspielRegie e.V.
- die Initiative Musik für 2019.
Auch im Geschäftsjahr 2017 investierte die GVL in erheblichem Umfang in die Fortführung ihrer digitalen Transformation. Im Rahmen dieses technischen und organisatorischen Modernisierungsprozesses werden seit 2017 über die komplett maßgeschneiderte IT-Landschaft alle Ausschüttungen realisiert. Um den zukünftigen globalen Anforderungen von Kreativwirtschaft, Industrie und Rechtenutzern entsprechen zu können, wird die GVL ihre Prozesse und Systeme kontinuierlich fortentwickeln. Mittelfristig wird die GVL damit zu einer der modernsten und fortschrittlichsten Dienstleisterinnen auch im internationalen Vergleich der Verwertungsgesellschaften.
Im Detail: Der Jahresabschluss 2017
Die wichtigsten Einzelbeiträge:
- Den größten Anteil am Gesamtergebnis machen in 2017 wiederholt die Einnahmen für das Segment Private Vervielfältigung und hier insbesondere die Gelder aus der Herstellerabgabe für Mobil-telefone und Tablet-PCs aus: Hier konnten 2017 rund 169,3 Mio. Euro generiert werden (2016: 132,7 Mio. Euro).
- Auf den Bereich Sendevergütung entfallen rund 87 Mio. Euro (2016: 83,5 Mio. Euro).
- Die Erlöse aus der öffentlichen Wiedergabe steigen ebenfalls leicht auf 42,5 Mio. Euro (2016: 41,5 Mio. Euro).
- Die Erlöse aus Vermietung und Verleih verschiedener Tonträger und Videos durch Bibliotheken bleiben im Geschäftsjahr 2017 stabil bei rund 2,4 Mio. Euro.
- Die Einnahmen für die Kabelweitersendung steigen in 2017 leicht auf 2,2 Mio. Euro an (Vorjahr: rund 2,1 Mio. Euro).
- Die sonstigen Erträge und Zinseinnahmen sind mit rund 2,7 Mio. Euro für 2017 im Vergleich zu 2016 mit rund 3,9 Mio. Euro rückläufig, was auf das anhaltend niedrige Zinsniveau zurückzuführen ist. Höhere Zinseinnahmen ließen sich aufgrund der Vorgabe der mündelsicheren Anlagepolitik im gegebenen Marktumfeld nicht erzielen.
- Wie bereits in den Vorjahren stehen der GVL nicht alle gebuchten Erlöse zur Verfügung, um sie in der regulären Verteilung an die Berechtigten auszuschütten – der mangels Zahlungseingang vorläufig zu sperrende Forderungsbetrag beläuft sich für 2017 auf 42,6 Mio. Euro.
In 2017 hat die GVL Zuwendungen in Höhe von 3,1 Mio. Euro vergeben. Der GVL-eigene Verwaltungsaufwand betrug 22,7 Mio. Euro und liegt bei einem anteiligen Kostensatz von 7,3 Prozent rund 28,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Grund dafür sind Projektberatungs- und Umsetzungskosten im Rahmen der operativen Anpassung der Prozesse und Systeme an die VGG-Vorgaben. Parallel dazu sanken im gleichen Zeit-raum die Kosten für eigenes Personal einschließlich Sozialabgaben deutlich um 1,2 Mio. Euro.