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Lesung von Borchardts «Anabasis»-Fragment auf Schloss Neuhardenberg +++ Katrin Huke erhielt Schweriner Ekhof-Preis +++ Harzer Bergtheater Thale vergibt künftig Künstler-Preis +++ Preis für Schülertheater - «Theater-Oscar Ruhrpott» geht nach Dortmund
Lesung von Borchardts «Anabasis»-Fragment auf Schloss Neuhardenberg
Neuhardenberg (ddp-lbg). Eine Borchardt-Premiere gibt es am Samstag (19. Juli) im Schloss Neuhardenberg. Erstmals wird das bisher unbekannte Textfragment «Anabasis» des preußischen Literaten und Übersetzers Rudolf Borchardt (1877-1945) in einer Lesung der Öffentlichkeit vorgestellt, wie ein Sprecher der Stiftung Schloss Neuhardenberg ankündigte. Der Berliner Schauspieler, Übersetzer und Publizist Hanns Zischler wird aus dem vom Borchardt-Sohn Cornelius erstmals vollständig edierten Fragment vortragen. «Anabasis» handelt von den verheerenden Auswirkungen der Kämpfe auf dem italienischen Kriegsschauplatz im Jahr 1944.
Der in Königsberg geborene Borchardt emigrierte 1903 nach Italien. Über seine seit 1901 bestehende Mitarbeit an der Zeitschrift «Insel» lernte er Hugo von Hofmannsthal und Rudolf Alexander Schröder kennen. Mit beiden verband ihn eine lebenslange Freundschaft. Borchardt, der aufgrund seiner jüdischen Abstammung ab 1933 nicht mehr in Deutschland publizieren durfte, verstarb 1945 auf der Flucht vor der Gestapo im Tiroler Grenzort Trins.
Der Eintritt zur Lesung ab 20.00 Uhr in Neuhardenberg kostet regulär 8 Euro und ermäßigt 6 Euro. Der Kartenvorverkauf ist unter der Telefonnummer 033476-600 750 sowie der Internetadresse www.schlossneuhardenberg.de und alle Berliner und Brandenburger VVK-Stellen mit Ticket-Online-Anschluss möglich.
Katrin Huke erhielt Schweriner Ekhof-Preis
Schwerin (ddp-nrd). Die Schauspielerin Katrin Huke ist am Sonntag mit dem Schweriner Conrad-Ekhof-Preis ausgezeichnet worden. Bei einer Matinee im Großen Haus des Mecklenburgischen Staatstheaters nahm die seit 2001 in Schwerin engagierte Künstlerin die mit 1500 Euro dotierte Auszeichnung entgegen. Mit dem Conrad-Ekhof-Preis würdigt die Gesellschaft der Freunde des Mecklenburgischen Staatstheaters seit 1998 traditionell zum Ende der Spielzeit herausragende Leistungen junger Theaterkünstler.
Der Schweriner Theaterkritiker Manfred Zelt bezeichnete Huke in seiner Laudatio als Akteurin, die mit dazu beitrage, dass Schauspiel noch immer eine Kunst mit Charakter sei. Zelt lobte die enorme Bühnenpräsenz und Musikalität der Preisträgerin. Zu den wichtigsten Schweriner Rollen der 1973 geborenen Schauspielerin, die an der Leipziger Theaterhochschule ausgebildet wurde, gehören die Amme in «Romeo und Julia», Sunny in «Solo Sunny» und Sally Bowles in «Cabaret».
Zu der feierlichen Verleihung waren auch alle bisherigen Ekhof-Preisträger gekommen. 1988 hatte der der Schweriner Ballettdirektor Stefan Haufe die Auszeichnung erhalten, ihm folgten der Schauspieler Thorsten Merten (1999) und der Bariton Martin Ackermann (2000). 2001 wurde die Sopranistin Rosita Kekyte ausgezeichnet, im vergangenen Jahr der Schauspieler Markus Wünsch.
Harzer Bergtheater Thale vergibt künftig Künstler-Preis
Thale (ddp-lsa). Das Harzer Bergtheater Thale will in Erinnerung an seinen Gründer künftig jährlich einen «Dr.-Ernst-Wachler-Preis» für besondere künstlerische Leistungen an Schauspieler, Sänger oder für besondere Inszenierungen vergeben. Wie Direktor Mario Jantosch nach der Festveranstaltung zum 100-jährigen Bestehen des Freilichttheaters am Montag in Thale informierte, soll neben der Jury auch das Publikum in die Entscheidungen einbezogen werden. Die Naturbühne müsse in ihrer bundesweiten Bedeutung mehr herausgestellt werden.
Die Einrichtung sucht weiterhin nach einer Winterspielstätte. In der Jubiläumsspielzeit sind laut Jantosch insgesamt 130 Vorstellungen geplant. Bis zum September können die Zuschauer am Hexentanzplatz vor allem große Opern, aber auch Operetten-Klassiker, Kinderstücke sowie Musikveranstaltungen erleben.
http://www.harzer-bergtheater.de
Preis für Schülertheater - «Theater-Oscar Ruhrpott» geht nach Dortmund
Bochum (ddp-nrw). Eine Theaterproduktion des Westfalen-Kollegs Dortmund hat den «Theater-Oscar Ruhrpott» gewonnen. Wie das Bochumer Schauspielhaus am Sonntag mitteilte, konnte das Dortmunder Nachwuchs-Ensemble mit seiner Eigenproduktion «Skin» das Publikum auf dem 3. Schülertheatertreffen Ruhrpott überzeugen. Die «szenische Collage» der Schüler erzählt mit Mitteln des Theaters, des Tanzes und der Live-Musik von der Haut, dem größten Organ des Menschen.
Den Preis der Jury - den Theater-Oscar - erhielt das Stadtgymnasium Dortmund für das Stück «Die kahle Sängerin» von Eugène Ionesco. Die Produktion zeichne sich durch «mitreißende Sprachakrobatik» aus, hieß es zur Begründung. Beide Auszeichnungen waren mit jeweils 1250 Euro dotiert.
Die Preisverleihung am Samstagabend war der Abschluss des viertägigen Schülertheater-Treffens im Schauspielhaus Bochum. Insgesamt hatten sich acht junge Theatergruppen aus Bochum, Dortmund, Essen und Hagen daran beteiligt. Neben der Vorstellung ihrer Stücke konnten die Nachwuchs-Schauspieler auch andere Aufführungen besuchen, an Workshops teilnehmen und hinter die Kulissen eines professionellen Theaters blicken.