Fünftägige Residenz der New York Philharmonic auf Usedom beginnt +++ Abba-Star Björn Ulvaeus stellt sein «Pippi Langstrumpf»-Musical vor +++ Trolle, Mozart und singende Nonnen - Luisenburg-Festspiele ab Juni
Fünftägige Residenz der New York Philharmonic auf Usedom beginnt
Fünf Tage lang spielt das Orchester aus New York auf der Insel. Die Vorfreude bei den Musikerinnen und Musikern ist groß. Besucher und Besucherinnen können sich auch auf drei besondere Solisten freuen.
Peenemünde (dpa/mv) - Klassische Klavierklänge und virtuose Violinenstücke erwarten die Besucher und Besucherinnen am Wochenende auf Usedom. Am Freitag (20.00 Uhr) startet die Konzertreihe des New York Philharmonic Orchestra im Kraftwerk Peenemünde. Bei der ersten Vorstellung präsentiert sich neben dem Orchester auch Jan Lisiecki am Klavier.
Am Samstag und Sonntag folgen dann weitere Auftritte gemeinsam mit der Violinistin Anne-Sophie Mutter und dem Bariton Thomas Hampson. Vom 20. bis zum 24. Mai gibt das Orchester unter der Leitung von Dirigent Jaap van Zweden auf Usedom Konzerte. Die fünftägige Residenz solle ein Zeichen für Freiheit, Frieden und Vielfalt setzen, teilte der Veranstalter mit. Ihr Orchester sei das erste, das seit der Pandemie aus den USA ausgereist sei, sagte die Geschäftsführerin der New York Philharmonic. Umso größer sei die Freude auf die Konzerte.
Am Montag und Dienstag folgen zwei Kammerkonzerte in Heringsdorf und Wolgast, bei denen das Orchester mit Musikerinnen und Musikern der Baltic Sea Philharmonic zusammen auftreten wird.
Abba-Star Björn Ulvaeus stellt sein «Pippi Langstrumpf»-Musical vor
London/Stockholm (dpa) - Pippi Langstrumpf trifft Abba! Eine neue Musicalproduktion bringt die beiden schwedischen Exportschlager zusammen. Abba-Star Björn Ulvaeus produzierte «Pippi på cirkus» (Pippi im Zirkus), das lose auf einer Geschichte von Astrid Lindgren basiert. Der 77-Jährige schrieb die Liedtexte und ist einer der Autoren für die bunte Show, die mit zwei Jahren pandemiebedingter Verzögerung am 1. Juli in Stockholm Premiere feiern soll.
«Ich schätze, Pippi und Abba sind wohl zwei der berühmtesten schwedischen Marken», sagt Ulvaeus im Gespräch der Deutschen Presse-Agentur in London, «wenn man nicht von Konzernen wie Volvo, Ikea oder so spricht, sondern von kulturellen Phänomenen.»
Auch sein Abba-Kollege und kongenialer musikalischer Partner Benny Andersson ist beteiligt. Als einer von mehreren Musikern komponierte der 75-Jährige einige Lieder für das Zirkusmusical. Herausgekommen sei eine bunte Mischung von Songs, erzählt Ulvaeus. «Aber sie passen alle zusammen, sie haben alle ein Zirkus-Element.»
Die Idee zu «Pippi på cirkus» entstammt einem kurzen Kapitel aus einem von Lindgrens beliebten Kinderbüchern, in dem Pippi mit ihren Freunden Tommy und Annika in den Zirkus geht. «In unserer Geschichte geht es um die Figuren, die Astrid im Zirkus beschreibt, aber die Story ist neu», betont der Abba-Musiker, aus dessen Feder Hits wie «Dancing Queen», «Chiquitita» oder «Mamma Mia» stammen.
Für den passionierten Songwriter ist Pippi Langstrumpf eine Herzensangelegenheit. Ulvaeus kam am 25. April 1945 zur Welt. Wenige Monate später wurde in Schweden der erste «Pippi Langstrumpf»-Band (Original: «Pippi Långstrump») von Astrid Lindgren veröffentlicht. «Ich bin damit aufgewachsen», sagt er. «Und tatsächlich bin ich nur 70 Kilometer entfernt von Vimmerby, wo Astrid herkommt, aufgewachsen.»
Bevor «Pippi på cirkus» endlich startet, beginnt ein anderes Projekt von Björn Ulvaeus. Am Donnerstag findet in London die Weltpremiere für die neue Konzertshow «Abba Voyage» statt, bei der die Bandmitglieder als digitale Avatare auftreten. Ulvaeus ist die Vorfreude auf beides anzumerken. «Es gab meines Wissens nach nie so ein Zirkusmusical wie dieses - und es hat definitiv noch nie etwas wie «Abba Voyage» gegeben. Es ist also eine tolle Zeit für mich.»
Trolle, Mozart und singende Nonnen - Luisenburg-Festspiele ab Juni
Wunsiedel (dpa) - Ein Jahr Pause, ein Jahr mit Corona-Auflagen - und jetzt wieder eine komplette Spielzeit vor vollen Rängen: Darauf hoffen die Verantwortlichen der Luisenburg-Festspiele in Wunsiedel. «Wir sind guter Dinge», sagte Intendantin Birgit Simmler am Donnerstag. Im Vorverkauf gebe es allerdings noch Luft nach oben. Verwaltungschef André Zaus ergänzte, die Menschen würden sich inzwischen spontaner entscheiden und nicht schon Monate vorher Tickets kaufen. Deshalb setze man auf die Abendkasse und kurzfristigere Karten-Verkäufe.
Das eigens für die imposante Freilichtbühne auf der Luisenburg konzipierte Familienstück «Trolle unter uns» feiert am 1. Juni Premiere. Offizieller Auftakt der Festspiele ist dann ein Festakt am 10. Juni. Zu sehen gibt es dann die Bühnenfassung des Hollywood-Films «Amadeus». Hier wird auch Ex-Fußballprofi Jimmy Hartwig auf der Bühne stehen - als österreichischer Kaiser Joseph II.
«Ich bin begeistert vom Ensemble, von der Bühne. Es macht Spaß, hier zu sein. Ich hoffe, ich mache das ordentlich», sagte der 67-Jährige mit Blick auf seine Rolle.
Zum diesjährigen Programm gehört auch das Musical «Sister Act» mit den berühmten singenden Nonnen. Die Hauptrolle in dem Stück spielt Zodwa Selele - sie stammt aus Kirchenlamitz in der Nähe von Wunsiedel.
Insgesamt gibt es heuer fünf Eigenproduktionen, dazu noch Gastspiele und Konzerte. Die Festspiele enden am 30. August. In das nach eigenen Angaben älteste Freilichttheater Deutschlands kommen im Sommer jährlich - ohne Pandemie-Einschränkungen - mehr als 100 000 Zuschauer.
In diesem Jahr könnten die Besucher «ganz entspannt» zur Luisenburg kommen und einen schönen Abend genießen, sagte Wunsiedels Bürgermeister Nicolas Lahovnik. Nach derzeitigem Stand gebe es keinerlei Vorschriften wegen Corona.