Leipzig - Beim 54. Internationalen Festival für Dokumentar- und Animationsfilm wird erstmals der mit 2.000 Euro dotierte Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts in Leipzig vergeben. Mit dem Preis soll ein abendfüllender Film aus dem deutschen Wettbewerb des Festivals gewürdigt werden, wie die Veranstalter am Montag zu Beginn des Filmfestes mitteilten.
Insgesamt sind bei dem Festival in fünf Wettbewerben Preisgelder in Höhe von 74.500 Euro ausgelobt. Zu sehen sind 341 Filme aus 47 Ländern.
"Das Leipziger Dokfilmfest ist nicht nur das älteste Dokumentarfilmfestival der Welt, sondern hat sich inzwischen zum Branchentreff des Dokumentarfilms für ganz Deutschland fest etabliert", sagte Festivaldirektor Claas Danielsen.
Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat unterdessen von den beiden öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten eine stärkere Unterstützung des künstlerischen Dokumentarfilms gefordert. Es sei "völlig inakzeptabel", wenn Dokumentarfilme zu später Stunde oder in Spartenkanälen gesendet werden, sagte der CDU-Politiker. Er erwarte darüber hinaus, dass ARD und ZDF künftig die Kosten für Recherchen im Zusammenhang mit koproduzierten künstlerischen Dokumentarfilmen übernehmen.
Um Zusammenarbeit geht es auch beim 7. Internationalen DOK Leipzig Koproduktionstreffen, das bereits am Vormittag begonnen hatte. 33 Produzenten aus 19 Ländern sind dabei zusammengekommen, um über neue Filmideen zu diskutieren, Allianzen zu schließen und möglichen Finanziers ihre Projekte vorzustellen. Redakteure, Verleiher und Einkäufer haben zudem die Gelegenheit, sich die Filme des Festivals und weitere 150 Dokumentationen digital anzusehen.
Zahlreiche Uraufführungen
Nach Angaben von Danielsen werden in diesem Jahr in Leipzig eine ganze Reihe von Welturaufführungen zu sehen sein. "Direkt vom Schneidetisch kommen einige Filme, in denen arabische Regisseure aus ihrem Blickwinkel die arabischen Revolutionen zeigen", erklärte der Festivalchef. Ein weiterer Länderschwerpunkt ist Indien. Die dortigen Regisseure drehen nach Angaben der Festivalveranstalter ihre Filme in erster Linie, um das heimische Publikum auf Probleme in Indien aufmerksam zu machen.
Das 54. Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm dauert bis zum 23. Oktober. Mit den Sonderprogrammen und Retrospektiven warten insgesamt 251 Filmvorführungen auf die Besucher. Beim letztjährigen Festival wurden 35.000 Besucher gezählt.