Bremen - Das Museum Weserburg in Bremen veranstaltet vom 14. November bis zum 21. Februar 2010 eine Ausstellung zur Neuen Musik. Unter dem Titel «Pro musica nova - Ein Radiofestival und der Geist von Fluxus» steht das von Hans Otte in den Jahren 1961 bis 2000 initiierte Radiofestival «Pro musica nova» im Mittelpunkt der Schau, wie ein Museumssprecher am Freitag sagte.
Otte hatte das Radiofestival als damaliger Leiter Musik bei Radio Bremen ins Leben gerufen und laut Veranstalter eines der bedeutendsten Festivals auf dem Gebiet der Neuen Musik geschaffen. Durch seinen interdisziplinären Ansatz habe Otte zahlreichen Kunstschaffenden aus den unterschiedlichsten Bereichen Raum für einen äußerst fruchtbaren Austausch geboten, sagte der Sprecher. Otte habe lange vor dem Formatradio großformatige, stundenfüllende Veranstaltungen geschaffen, in der festgelegte Sendezeiten überzogen werden und die Nachrichten auch mal ausfallen konnten.
Dabei habe er sich nicht gefragt, ob die gesendeten Klänge «radiophon» seien. Beispiele sind die Live-Übertragung der «Herbstmusik» von Karlheinz Stockhausen, bei der auf einer Bühne Äste und Zweige gebrochen wurden, oder das elektronische Happening «Umgraben» von Wolf Vostell, bei dem auf einem mit Drähten bespannten Acker in Worpswede das Publikum den Boden umgrub und dabei mit den Spaten Klänge erzeugte.