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Barockoper von Reinhard Keiser wird wiederaufgeführt

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"Die verdammte Staatsucht" oder "Der verführte Claudius": Wiederaufnahme der Barockoper von Reinhard Keiser in Bad Lauchstädt, Meiningen und Weimar

Die Barockoper "Die verdammte Staatsucht" oder "Der verführte Claudius" von Reinhard Keiser aus dem Jahre 1703 wird in der Regie von Elmar Fulda nach der Premiere am 5. Juli erneut aufgeführt. Als Koproduktion des Goethe-Theaters Bad Lauchstädt und der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar ist die Oper zunächst am 3. und 4. Oktober 2008 jeweils um 14:30 Uhr in Bad Lauchstädt zu sehen. Mit der Aufführung am 5. Oktober 2008 um 19:30 Uhr im Südthüringischen Staatstheater Meiningen, Kammerspiele, wird die Oper zudem einer der Höhepunkte des Festivals Alter Musik in Thüringen Güldener Herbst sein.

Noch einmal zu erleben ist sie dann im Weimarer e-werk am 16. und 17. Oktober 2008 jeweils um 19:30 Uhr. Bei allen Aufführungen spielt die renommierte Lautten Compagney unter der Leitung von Wolfgang Katschner auf historischen Instrumenten. Das Ensemble, 1984 von Wolfgang Katschner und Hans-Werner Apel gegründet, zählt zu den führenden Ensembles für das Repertoire des 16. bis 18. Jahrhunderts. Es singen Studierende der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar, Regie führt Elmar Fulda. Bühne und Kostüme stammen von Ute Werner, für die Dramaturgie zeichnet Helen Geyer verantwortlich.

Reinhard Keiser ist Hauskomponist, später auch Direktor des berühmten Opernhauses am Hamburger Gänsemarkt, das jedermann gegen Bezahlung eines Eintrittsgeldes Zutritt gewährt. Ein Publikum aller Stände vergnügt sich an der Geschichte von Liebe, Verrat und Vergebung, die sich um die historischen Figuren des römischen Kaisers Claudius und seiner Frau Messalina rankt. Keiser zeigt mutige Frauen: Messalina, traditionell auf die Rolle der nymphomanen Intrigantin festgelegt, tritt als junge, sensible und selbstbewusste Frau auf. Sie verliebt sich halb aus Kalkül, halb ihren Gefühlen folgend in Silius Italicus, den schönsten Mann von Rom. Ihr Freigeist provoziert die Hofschranzen zu wilder Intrige: Der Kaiser soll Messalina verstoßen. Oder die junge Römerin Calpurnia, die ihren Verlobten verlässt, weil sie den gleichen Mann begehrt wie die Kaiserin. Als Silius ihre Liebe nicht erwidert, sucht sie in Himmel und Hölle Erlösung von ihren Herzensqualen. Am antiken Stoff verhandelt Reinhard Keiser ein zentrales Thema des 18. Jahrhunderts, eines Zeitalters neuer Empfindsamkeit: Die Frage nach individuellen Gefühlen und ihre Bedeutung für Ehe, Familie und Gesellschaft.

Nähere Informationen und Karten für die Aufführungen am 3. und 4. Oktober in Bad Lauchstädt sind unter Tel. 034635-78216 erhältlich. Karten für Meiningen gibt es unter Tel. 0180 – 505 5505, Karten für Weimar bei der Tourist Information unter Tel. 03643 – 745 745.

Quelle: Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar
 

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