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Die Bundesstiftung Baukultur formiert sich

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Nach mehrjähriger Vorbereitungszeit rückt die Gründung der Bundesstiftung Baukultur in greifbare Nähe: Die Bundesregierung hat ihr "Ja" zur Bundesstiftung Baukultur bekräftigt und die Grundfinanzierung mit einem jährlichen Etat von etwa 1,5 Millionen Euro bis 2008 sichergestellt.

Das Gründungsgesetz wird voraussichtlich im Oktober dieses Jahres das Bundeskabinett passieren. Im Bundestag hat das Stiftungsprojekt im Vorfeld breite Zustimmung von allen Fraktionen erhalten. Damit verfügt Deutschland ab dem nächsten Jahr erstmalig über eine Institution auf Bundesebene, die dem Anliegen der Baukultur mehr Gehör verschafft und die gesellschaftliche Wertschätzung für die Qualität unserer gebauten Umwelt stärkt.
Bei der Konzeption des Stiftungsgesetzes wurde das Bundesbauministerium durch das Präsidium des 1. Konvents der Baukultur unterstützt. Wie im Konvent, der alle zwei Jahre zusammentritt und die Themenschwerpunkte der Bundesstiftung berät, sind auch im 21-köpfigen Präsidium sämtliche Bereiche des Planens und Bauens repräsentiert. Ihm gehören international renommierte Planer wie die Architekten Meinhard von Gerkan, Christoph Ingenhoven und Louisa Hutton, die Ingenieure Jörg Schlaich und Werner Sobek, aber auch bekannte Architekturkritiker, Städtebauer und Denkmalpfleger an.

Aufgaben und Ziele der Stiftungsarbeit
Im Auftrag des Konvents präzisiert das Präsidium das Tätigkeitsprofil der Bundesstiftung. Die Beratungen fasst Ullrich Schwarz zusammen, Vorsitzender des Fördervereins Bundesstiftung Baukultur e. V., der die Arbeit von Konventpräsidium und Bundesministerium koordiniert: "Die Bundesstiftung soll vor allem als Kommunikator wirken. Ihr Ziel ist es, Baukultur \'in die Köpfe\' zu bringen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie die gebaute Umwelt jeden Einzelnen von uns betrifft. Die Nutzer will sie zum Hinschauen anregen und ihren Sinn für gute Baukultur schärfen. Die Fachleute will sie zu Austausch und gemeinsamem Handeln motivieren. Und den Bauherren will sie Kriterien für qualitäts-, umwelt- und kostenbewusste Aufträge an die Hand geben."
Um diese Ziele zu erreichen, wird die Bundesstiftung sich auf wenige Maßnahmen konzentrieren. Es ist vorgesehen, ein bundesweites Netzwerk einzurichten, das den Erfahrungsaustausch zwischen planenden, bauenden und forschenden Institutionen fördert. Gemeinsam mit in- und ausländischen Partnern will die Bundesstiftung Veranstaltungen, Publikationen und Ausstellungen organisieren, die die Leistungen deutscher Architekten und Ingenieure herausstellen. Sie wird regelmäßig einen Bericht zur Lage der Baukultur erstellen, der über die Entwicklungen des Bau- und Planungswesens informiert, auf Missstände aufmerksam macht und die Qualitätsmaßstäbe von Baukultur verdeutlicht. Außerdem wird die Bundesstiftung auf beispielhafte Projekte hinweisen, um die öffentliche Anerkennung von gut geplanter Umwelt zu stärken.

Die Finanzierung der Bundesstiftung
Da die Stiftung langfristig ihren jährlichen Etat zu einem wesentlichen Teil privat finanzieren muss, beginnt im Herbst eine Fundraising-Kampagne. Ullrich Schwarz sieht darin eine Chance: "Zum ersten Mal seit Bestehen der Bundesrepublik wird es eine bundesweite Institution geben, die die vielfältigen Anliegen der Baukultur vertritt. Ich bin überzeugt, dass Privatleute wie Unternehmen die Gelegenheit nutzen, ihr bestehendes Engagement für Baukultur durch einen finanziellen Beitrag zur Stiftungsarbeit auch öffentlich zu bekunden."
Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter http://www.bundesstiftung-baukultur.de.
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