Schwerin - Mit 80 000 Besuchern zählen die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern zu den größten Klassikfestivals in Deutschland. Doch wurde die Konzertreihe im Vorjahr durch die Corona-Pandemie fast vollständig ausgebremst. Das soll 2021 anders werden.
Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern eröffnen am 12. Juni in der Neubrandenburger Konzertkirche den Klassiksommer, müssen ihr Programm aber an die Corona-Bedingungen anpassen. Der Kulturgipfel nach Pfingsten habe die langersehnte Planungssicherheit gebracht. «Die Festlegung von Besucherobergrenzen ermöglicht uns, die pandemiegerechten Planungen für den diesjährigen Festspielsommer zu finalisieren», teilte Intendantin Ursula Haselböck am Freitag in Schwerin mit.
Um trotz der Beschränkungen möglichst vielen Menschen ein Musikerlebnis zu bieten, sollen die Konzerte in der Regel zweimal gespielt werden. In den meisten Fällen werde das Programm leicht gekürzt und ohne Pause aufgeführt. Haselböck zeigte sich angesichts der aktuell günstigen Entwicklung des Infektionsgeschehens zuversichtlich, dass im Laufe des dreimonatigen Festspielsommers die Platzkapazitäten schrittweise erweitert werden können und zunehmend mehr Gäste zu den Konzerten kommen dürfen. Über das Pogramm für August und September werde daher später informiert.
Zunächst gelten Höchstgrenzen von 100 Zuhörern in Innenräumen und 250 unter freiem Himmel. Damit ist klar, dass auch zum Eröffnungskonzert in der Konzertkirche in Neubrandenburg viele Plätze leer bleiben müssen. Den Auftakt gestalten die NDR Radiophilharmonie unter Leitung von Andrew Manze und der Bratschist Nils Mönkemeyer, der als Preisträger in Residence das Programm der Festspiele maßgeblich bestimmen wird.
Das Konzert mit dem Pianisten Seong-Jin Cho und dem Deutschen Sinfonie-Orchester Berlin unter Kent Nagano am 26. Juni in der Reithalle Redefin (Kreis Ludwigslust-Parchim) findet nicht statt. Die Picknick-Konzerte mit bis zu 3000 Besuchern zählen sonst zu den Höhepunkten in jedem Musiksommer. Der Solist trete dafür aber am gleichen Tag zwei Mal in der Heiligen Geist Kirche in Wismar auf. Auch die drei Konzerte mit der Academy of St Martin in the Fields Anfang Juli können laut Haselböck nicht stattfinden. Dafür würden Alternativveranstaltungen unter anderem mit der Kammerakademie Potsdam ins Programm genommen.
Haselböck verwies darauf, dass wegen der erforderlichen Anpassungen bereits erworbene Karten zurückgenommen werden müssen. Dafür werde ein digitales Rückabwicklungsformular auf der Internetseite der Festspiele eingestellt. Karteninhabern und Kunden mit Reservierungen werde während eines exklusiven Vorbuchungszeitraums die Möglichkeit gegeben, ihre Karten für die neu aufgelegten Konzerte umzutauschen. Alle anderen Interessenten könnten vom 3. Juni an Karten erwerben.
Für den Konzertbesuch seien ein gültiger negativer Coronatest oder ein Nachweis über vollständigen Impfschutz sowie Genesung obligatorisch. Zudem gelte bei allen Veranstaltungen Maskenpflicht.
Bis zum 18. September sind etwa 140 Konzerte an knapp 90 Spielstätten geplant. Der Festspielsommer 2020 fand aufgrund der Corona-Pandemie mit erheblich reduziertem Programm statt. Statt der sonst üblichen etwa 80 000 wurden nur 5600 Konzertbesucher gezählt.