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Erste Lange Nacht der Opern und Theater in Berlin

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Berlin - Berlin wird Samstagnacht zur Theaterbühne. Nach dem Vorbild der langen Museumsnächte präsentieren sich von 19.00 bis 1.00 Uhr mehr als 50 Theater und Opern mit eigens für den nächtlichen Kunstgenuss zusammengestellten Programmen. Das Spektrum reicht von Klassik über Kabarett und Oper bis zum Musical und Tanz.

Mit von der Partie sind große Häuser wie die Staatsoper und das Deutsche Theater, aber auch der Heimathafen Neukölln und das Zimmertheater in Karlshorst. Auf sieben verschiedenen Touren erhalten die Besucher Einblicke in das Repertoire der Berliner Bühnen und manchmal auch hinter die Kulissen.

Den Umbau zwischen zwei Stücken können Nachtschwärmer beispielsweise in der Staatsoper Unter den Linden miterleben. Nach Ausschnitten aus der «Zauberflöte» wird vor den Augen der Zuschauer die Bühne für «Viva la Mamma» umgebaut, sagt Staatsoper-Sprecher Johannes Ehmann. Nach 22.00 Uhr werden dann Szenen aus dieser komisch-verrückten Belcanto-Oper gezeigt. Diese feiert erst im Juni Premiere. Die reguläre Vorstellung der «Zauberflöte» war für Samstag bereits rechtzeitig auf den Nachmittag verlegt worden. Auch ein Blick ins benachbarte Magazingebäude lohne sich, verspricht Ehmann. Dort seien die Chöre und das Staatsballett in Aktion.

Ein regelrechtes Medley mit Ausschnitten aus mehreren Bühnenstücken wie «Tagebuch eines Wahnsinnigen» und «Onkel Wanja» bietet das Deutsche Theater. Mehrere Inszenierungsstückchen sind auch in den Kammerspielen zu sehen. Auf der Studiobühne «Box» geht es etwas experimenteller mit szenischen Proben zu, wie die Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit, Meike Giebeler, sagt.

Giebeler erhofft sich, dass viele Besucher durch den kurzweiligen nächtlichen Theatergenuss auf den «Geschmack» kommen. Immerhin seien viermal so viele Schauspieler im Einsatz wie bei einer gewöhnlichen Vorstellung. Berlins besonderer Reiz liegt aus Sicht von Giebler im Nebeneinander von großen Theatern und kleinen Off-Bühnen. Sie habe sich schon immer gefragt, warum Hamburg, Köln und Bonn bereits eine Theaternacht feiern und Berlin noch nicht.

Unterm Sternenhimmel kann «La Traviata» auf einer Leinwand neben der Komischen Oper genossen werden. Dorthin wird die reguläre Vorstellung übertragen. Anschließend gibt es «Kiss me, Kate» ebenfalls auf dem Bigscreen. Andre Kraft, Sprecher des Opernhauses, wünscht sich, dass die Leute die oft noch vorhandene Hemmschwelle übertreten und durch das Haus flanieren. «Das war zu Zeiten des Barocks auch bei offiziellen Vorstellungen üblich», weiß Kraft. «Da standen im Parkett erst gar keine Stühle.» Am Samstag verwandeln dann ab 22.00 Uhr ein DJ und stimmungsvolles Licht den neobarocken Zuschauersaal in eine Lounge der besonderen Art.

Logistisches Zentrum der kunstvollen Nacht – ein Gemeinschaftsprojekt der Berliner Bühnen und der Kulturprojekte GmbH - ist der Bebelplatz in Mitte, wo Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) die Theaternacht eröffnen wird. Von dort starten auch die Bus-Shuttles, die Besucher im Zehn-Minutentakt von Theater zu Theater bringen sollen.





 

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