Trotz Einschränkungen durch die Corona-Pandemie haben sich die Macher zufrieden mit dem diesjährigen Thüringer Orgelsommer gezeigt. „Wir rechnen damit, dass wir die Zahl von 3000 Gästen erreichen“, sagte der künstlerischer Leiter der Konzertreihe, Theophil Heinke, zum Abschluss des Orgelsommers am Sonntag in Gotha.
„Wir haben gemerkt: Die Leute sind doch ausgehungert nach Musik.“ Es seien vergleichsweise sogar mehr Besucher zu einzelnen Konzerten gekommen als im vergangenen Jahr. Große Konzerte mussten dieses Jahr wegen Anti-Corona-Auflagen aber gestrichen werden – genauso wie Konzerte in besonders kleinen Kirchen. Wo möglich, seien Ausweichorte gesucht worden. Teils mussten die Konzerte dennoch komplett ausfallen. „In diesen Fällen konnten wir den freiberuflichen Künstlern wenigstens eine Art Ausfallhonorar zahlen“, sagte Heinke. Die Corona-Krise habe gerade freiberufliche Musiker in eine wirtschaftlich schwierige Lage versetzt.
In anderen Fällen konnten Konzerte wiederholt werden, damit alle Gäste auch unter Berücksichtigung der Abstandsregeln Platz fanden. Unter anderem hätten es die Stummfilmvorführungen mit Live-Orgelspiel den Besuchern in diesem Jahr besonders angetan, so Heinke.
Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte als Schirmherr der Konzertreihe zu Beginn am 3. Juli erklärt, dass gerade Kirchen wegen ihrer Größe und ihrer tragfähigen Akustik ideale Orte für erste Schritte zurück ins Kulturleben nach dem Corona-Shutdown seien.
Für das kommende Jahr hofft Heinke aber, dass wieder große Konzerte möglich sind. Denn dann soll es die 30. Ausgabe des Thüringer Orgelsommers geben. „Ob das alles so klappt, wie wir uns das wünschen: Da steht ein großes Fragezeichen“, räumte Heinke mit Blick auf die weitere Pandemie-Entwicklung ein.