Mannheim/Heidelberg - Der Leiter des Filmfestivals Mannheim-Heidelberg, Michael Kötz, beklagt eine Geringschätzung des Films gegenüber dem Theater. «Das ist ziemlich unfair», sagte Kötz. Dank einer »sachkundigen und radikalen« Auswahl zeige man gerade in Mannheim und Heidelberg künstlerisch hochwertige Filme.
«Wenn es sein muss, dann lehnen wir auch befreundete Regisseure ab, wenn uns ihre aktuellen Filme nicht gefallen», betonte er. Zum Erfolgsrezept des Newcomer-Festivals gehöre auch eine gewisse Bodenständigkeit. Anders als bei anderen Filmfestivals von internationalem Ruf setze man nicht etwa auf glamouröse Filmstars, sondern wolle inhaltlich hochwertige Filme zeigen. Kötz, der das Festival seit mittlerweile 15 Jahren leitet, zeigte sich optimistisch, dass das Angebot Cineasten ebenso zufrieden stellen werde wie Fachbesucher auf der Suche nach Produktionen für Verleihfirmen.
Zu dem 57. Festival, das 2008 unter dem Motto «Lebensträume, weltweit» steht, werden dennoch auch Prominente erwartet. So wird der bekannte Filmregisseur Edgar Reitz als Präsident der internationalen Jury fungieren. Als erster Film des Festivals wurde zur Eröffnung am Donnerstag der kanadische Film «The Baby Formula» ausgewählt.
Das Festival präsentiert bis zum 16. November 32 Filme von jungen Regisseuren. 18 Produktionen von Autorenfilmern aus 14 Ländern stehen im Internationalen Wettbewerb um den Großen Preis von Mannheim-Heidelberg, den Rainer Werner Fassbinder-Preis und den Spezialpreis der Internationalen Jury. 14 Filme aus 11 Ländern laufen außer Konkurrenz in der zweiten Hauptreihe «Internationale Entdeckungen».
Filmtipp:
"Geliebte Clara" von Helma Sanders-Brahms beim Filmfestival Mannheim-Heidelberg, Freitag, 7.November, 20.00 Uhr, Kino im Stadthaus I, Mannheim