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Finale für das «Empire» - Dresdner Musikfestspiele zufrieden

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Dresden - Die Dresdner Musikfestspiele haben mit ihrem diesjährigen Motto «Empire» den Nerv des Publikums getroffen. Intendant Jan Vogler zog am Sonntag ein positives Resümee. Eine Auslastung von 94 Prozent, steigende Eigeneinnahmen und eine wachsende Schar ausländischer Konzertbesucher haben die Elbestadt demnach zu einer angesagten Adresse der europäischen Festivallandschaft gemacht.

Künstler und Werke aus Großbritannien gaben in diesem Jahr den Ton an. Doch Vogler hatte das Thema weiter gefasst und zugleich das Streben nach einem «Empire» an anderen Herrscherhäusern Europas beleuchtet. So kam auch viel höfische Musik aus der glanzvollen Dresdner Barockzeit auf die Bühne - eigens dafür hatte Ostdeutschlands bekanntestes Klassik-Festival im vergangenen Jahr ein international besetztes «Festspielorchester» ins Leben gerufen, das sich der historischen Aufführungspraxis widmet und zugleich musikalische Schätze der Barockzeit aus den Archiven holt.

Die New Yorker Philharmoniker waren als «Orchestra in Residence» Ehrengäste der Musikfestspiele. Stars wie die Pianisten Emanuel Ax und Yefim Bronfman oder die Geiger Joshua Bell und Viktoria Mullova verliehen den Festspielen Glanz. Die Alte Musik besaß wie schon in den Vorjahren eine exponierte Stellung im Programm. Der Auftritt von Altmeister Jordi Savall (Gambe) gehörte dabei zu den Höhepunkten. Zum Finale am Sonntag waren die Dresdner Musikfestspiele im Wetterpech. Das Konzert mit Opernchören in der Felsenbühne Rathen musste wegen des Dauerregens abgesagt werden.

Dafür setzte Rufus Wainwright am Sonntagabend einen besonderen Schlusspunkt der Dresdner Musikfestspiele. Beim einzigen Deutschland-Auftritt seiner derzeitigen Tour rezitierte der 39-Jährige Shakespeare, sang Arien von Mascagni, Stücke von Berlioz sowie eigene Kompositionen und führte im Albertinum als charmanter Entertainer durch das Programm. Das Publikum feierte den Sohn zweier US-Folksänger mit tosendem Beifall. Als Duettpartnerin stand dem kanadisch-US-amerikanischen Multitalent die britische Sopranistin Sarah Fox zur Seite. Begleitet wurden sie vom Residentie Orkest Den Haag unter Leitung der Portugiesin Joana Carneiro. Nach mehreren Zugaben setzte sich Wainwright dann noch einmal ans Klavier. Sekunden nach dem letzten Ton seiner Version des Cohen-Liedes «Hallelujah» applaudierten die Zuhörer minutenlang, einige stehend.

Die nächsten Festspiele finden vom 23. Mai bis 10. Juni 2014 statt.

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