Göttingen - Mit der Aufführung des Oratoriums "Esther" in der ausverkauften Stadthalle sind am Donnerstagabend die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen 2012 eröffnet worden. Bis zum 28. Mai gibt es in der Universitätsstadt und Orten in der Umgebung - darunter Einbeck, Duderstadt und Teistungen in Thüringen - fast 80 Konzerte, Vorträge und weitere Veranstaltungen, wie die Festspiele-Gesellschaft mitteilte.
"Esther" ist das erste Werk Georg Friedrich Händels in englischer Sprache. Er schrieb das Oratorium in drei Akten im Jahr 1732. Am Freitagabend hat die Oper "Amadigi di Gaula" Premiere. Sie steht erstmals auf dem Spielplan des Festivals und ist Grundlage für die Jugendoper "Young Amadigi", die in Göttingen ebenfalls zur Aufführung kommt. Die diesjährigen Händel-Festspiele haben das Motto "Liebe und Eifersucht". Bis Donnerstag waren nach Angaben der Festspiele-Gesellschaft rund 17.000 Karten verkauft oder an Sponsoren und Förderer vergeben worden.
Das Festival präsentiert sich 2012 unter neuer Leitung. Künstlerischer Leiter ist der britische Dirigent und Cembalist Laurence Cummings. Er tritt bei den Festspielen auch als Musiker auf.
Die Bundesregierung fördert das Festival mit 50.000 Euro. Mit demselben Beitrag unterstützt sie auch die Händel-Festspiele in Halle, die am 31. Mai beginnen. Die Schirmherrschaft für die Göttinger Festspiele hat Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) übernommen.
Die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen wurden 1920 ins Leben gerufen. Seit 2006 verfügen die Festspiele mit dem Festspiel-Orchester Göttingen über ein eigenes Ensemble, in dem Musiker aus renommierten Orchestern für alte Musik aus aller Welt zusammen musizieren.