München - Die Beziehung von Musikern zu ihrem Instrument ist eine ganz besondere - Fotografin Herlinde Koelbl (74) hat sie jetzt im Bild festgehalten. Im November 2012 begleitete sie das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks auf seiner Japan-Tournee. Die ungewöhnlichen Ergebnisse dieser Arbeit sind von diesem Samstag an im Foyer des BR in München zu sehen.
«Ich habe mir gedacht, die Ohren sind das, wo die Musik auf den Körper trifft und sich in Emotionen verwandelt», sagte Koelbl der Nachrichtenagentur dpa. «Und es sind die Hände, die diese Musik überhaupt entstehen lassen.»
Ohren und Hände stehen darum im Mittelpunkt ihrer Porträts, bei denen man zweimal hinschauen muss, um zu erkennen, was dort überhaupt zu sehen ist. «Musik ist ja auch etwas Geheimnisvolles», erklärte Koelbl. Sie hat neben herkömmlichen Porträts der 120 Musiker und ihres Dirigenten Mariss Jansons jeden einzelnen auch noch mit seinem Instrument fotografiert. Für jedes Bild suchte sie sich ein kleines Instrumenten-Detail aus und kombinierte es mit Händen oder Ohren. Sie will damit einen neuen Blick eröffnen auf Geige, Fagott, Oboe und Co.
«Es ist faszinierend zu sehen, wie unterschiedlich die Musiker mit ihren Instrumenten umgehen», sagte Koelbl. «Einige sind sanft, fast zärtlich, andere eher zupackend.» In den Nahaufnahmen sind auch Schwielen an den Händen zu sehen. «Dass man auch ein bisschen die Mühen sieht, die dahinter stehen, wenn wir verzückt der Musik lauschen.» Die Ausstellung ist bis zum 24. November zu sehen.