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Regina Koncz (Die Zukunft), Stephan Klemm (Robinson Crusoe). Foto: Gianmarco Bresadola
Regina Koncz (Die Zukunft), Stephan Klemm (Robinson Crusoe). Foto: Gianmarco Bresadola
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Insel und Musikautomaten - Corona-Oper der Isolation uraufgeführt

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Berlin - Dieser Robinson hat nicht nur eine Insel. Gleich sieben einsame Gestade werden vom Meer umspült. In der Kammeroper «Robinson» finden sich ihre Bewohner isoliert - die Jugend, das Alter, der Ausderweltgefallene, die Abweichung, die Zukunft. Sie alle sind Rollen in dem am Samstagabend in der Berliner Staatsoper Unter den Linden uraufgeführten Stück.

Den Stoff aus Daniel Defoes Roman von 1719 um Robinson Crusoe ist kaum mehr als Vorlage. Die Oper von Komponist Oscar Strasnoy nach einem Libretto von Sigrid Behrens ist eine Auftragsarbeit der Staatsoper, die Idee stammt aus der Isolation der ersten Corona-Zeit.

Strasnoy verzichtet auf ein Orchester. Für die musikalische Begleitung unter der Leitung von Markus Syperek sorgen zwei selbstspielende Klaviere und Musikautomaten, die Instrumente wie Geige, Gitarre oder Schlaginstrumente bedienen oder schlicht auf Salatschüsseln und Weingläser einschlagen. Dazu ist der Text über weite Strecken in Fragmente zerlegt, von den einzelnen Stimmen gleich musikalischen Fetzen in den Raum geworfen.

Das Publikum, das Premiere, Solisten und Regieteam mit nachhaltigem Applaus bedachte, wird in der Inszenierung von Anna Bergmanns zum Teil des Meeres. Auf einer Drehbühne zwischen den Inseln werden auch Zuschauerinnen und Zuschauer in einen instabilen Zustand versetzt. Sie sind Teil der Isolierung zwischen den Inseln, zugleich aber auch verbindendes Element, wenn die Figuren Kontakt aufnehmen, sich gegenseitig besuchen, ihre Inseln tauschen.

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