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Montavon: Opern-Welt durch Uraufführungen aus Erfurt bereichern

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Erfurt - Frischer Wind aus dem Erfurter Opernhaus: Seit am 14. September 2003 der 60 Millionen Euro teure Neubau mit dem Auftragswerk «Martin Luther» des Berliner Komponisten Peter Aderhold eröffnet wurde, hat es jedes Jahr mit teils spektakulären Uraufführungen bis nach Asien und Amerika Aufmerksamkeit erregt. Welche Ideen auf ihre Umsetzung warten, erläutert Generalintendant Guy Montavon im Interview mit der dpa.

 

Frage: Herr Montavon, das Erfurter Opernhaus - fernab hochkarätiger Musikmetropolen - hat sich vor zehn Jahren aufgemacht, die Welt der Oper durch Uraufführungen aufhorchen zu lassen. Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt?

Antwort: Unser klares Bekenntnis zu Innovation und neuer Musik wird bemerkt. Der Uraufführungszyklus hat erstmals Augen und Aufmerksamkeit europaweit und auch von Asien und Übersee nach Erfurt gelenkt. Wir bieten thematisch anspruchsvolle Stücke mit interessanten Regisseuren. Der US-Amerikaner Philipp Glass hat mit der Oper «Warten auf die Barbaren» nach dem Roman des Literatur-Nobelpreisträgers John M. Coetzee international 2005 die Tür aufgestoßen. Für mich ist «Das Waisenkind» von Jeffrey Ching von 2009, in dem er eine eigene Antwort auf die Globalisierung sucht, nach wie vor die Nummer 1.

Frage: Welche Pläne gibt es für die Zukunft?

Antwort: 2014 wollen wir zu den Domstufen-Festspielen den Klassiker «Jedermann» nach Hugo von Hofmannsthal als Rockoper uraufführen: Musik Wolfgang Böhmer, Text von Peter Lund. Ein Musical zu Luther haben wir schon gemacht, eine Rockoper mit einer Rockband ist für mich eine ganz neue Erfahrung. Für die Spielzeit 2014/2015  planen wir in Erinnerung an den Beginn des I. Weltkriegs vor einhundert Jahren: Titel der Opern-Uraufführung «Das schwarze Blut». Mehr wird dazu nicht verraten.

Frage: Neben Forschung und Entdeckungen prägen Kooperationen mit anderen Häusern und die Suche nach Talenten die Arbeit am Haus. Ihre künftige Generalmusikdirektorin ist Jahrgang 1986. Ein Wagnis?

Antwort: Junge Leute sollen hier in Erfurt anfangen, ihre Chance nutzen und ihren Weg weitergehen. Ein Generalmusikdirektor muss in erster Linie dirigieren können - und das kann Joana Mallwitz ausgezeichnet. Sie ist eine begnadete Pianistin, humanistisch ausgebildet, sehr aufgeschlossen und sie ist jung. Und sie bricht ein wenig das klassische Bild, wie ein Generalmusikdirektor sein soll. Wir bekommen eine Handschrift, die wir hier noch nicht gehabt haben. Es ist sensationell, dass so eine junge Frau sich für diese Aufgabe entschieden hat. Joana Mallwitz sieht diesen Beruf für eine Frau im 21. Jahrhundert als selbstverständlich an.

Antje Lauschner

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