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Stockhausens „Samstag aus LICHT“ in München: Konzertreihe musica viva stellt die Saison 2012/13 vor

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Die musica viva München wird als einen ihrer Programmhöhepunkte zum Saisonfinale 2012/13 die erste deutsche Gesamtaufführung von Karlheinz Stockhausens „Samstag aus Licht“ in der vom Komponisten eingerichteten quasi konzertanten Fassung unter der Leitung von Rupert Huber und Ingo Metzmacher realisieren und zwar in drei Programmen und sieben Veranstaltungen an verschiedenen Veranstaltungsorten, zeitnahe bei den beginnenden Münchner Opernfestspielen – und damit zugleich eine gewisse Vernachlässigung des Komponisten Stockhausen in Münchens Konzertprogrammen ausgleichen.

Mit einer Reihe von Veränderungen in der von Karl Amadeus Hartmann 1945 gegründeten, seit 1948 vom Bayerischen Rundfunk getragenen Konzertreihe musica viva präsentierte jetzt der neue künstlerische Leiter Dr. Winrich Hopp sein zweites Veranstaltungsjahr, stolz darauf, für die Realisierung der Musik unserer Zeit im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks ein einzigartige Ensemble als Stütze für musica viva zur Verfügung zu wissen: So wird z.B. Kent Nagano, erstmals zu Gast beim Symphonieorchester des BR, als Auftakt am 13. Oktober Wolfgang Rihms abendfüllende „Tutuguri“ dirigieren mit dem französischen Schauspieler André Wilms als Rezitator des Artaud-Textes.

20 weitere Komponisten, meistens Jahrgänge nach 1950, sind in 14 Veranstaltungen zu hören. Sechs von 14 Uraufführungen sind Auftragsarbeiten der musica viva., weitere acht Aufträge an KomponistInnen der jüngeren Generation, alle um die Dreißig, aus Mittelosteuropa: Lettland, Polen, Tschechien, Slowenien und Ungarn. Dieses Projekt mit seiner zugleich kulturpolitischen Dimension, die kulturelle Identität dieser jungen Staaten ins Blick- und Hörfeld nehmend, entspringt einer gemeinsamen Initiative des Goethe-Institutes Mittelosteuropa und dem Ensemble Modern, der BHF Bank Stiftung und der musica viva.

Den Uraufführungskonzerten unter Leitung von Peter Eötvös am 11./12. Dezember geht eine interdisziplinäre Gesprächsmatinee u.a. mit dem Komponisten Vinko Globokar, dem Schriftsteller Michael Hvorecký und dem Historiker Karl Schlögel in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste voraus. Dort erfolgt auch am 22. Februar die Verleihung des Happy New Ears-Kompositionspreises an Isabel Mundry und des Happy New Ears-Preises für Publizistik zur Neuen Musik 2013 der Hans und Gertrud Zender Stiftung an Martin Zenck, beide mit 10.000 € dotiert. Nicolas Hodges ist eingeladen, an diesem Tag Isabel Mundrys Konzert für Klavier und Orchester erstmals vorzustellen.

Als neue Veranstaltungsorte von musica viva werden neben dem Herkulessaal der Residenz die Allerheiligen Hofkirche (für den einzigen kammermusikalische Programmbeitrag) und erstmals die Philharmonie des Gasteig einbezogen sowie für die Realisierung der Stockhausen-Oper die Kirche St.Michael und die Muffathalle.
Zwei Education-Projekte des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, die Einführungen in die insgesamt 14 Konzerte mit sieben Gastdirigenten und 15 Gastsolisten, ferner die vorgelagerten “Vorzeichen“-Sendungen auf BR-Klassik wollen dazu beitragen, das Interesse und Verständnis für die musica viva-Beiträge weiter wachsen zu lassen.

Fünf Konzerte werden im Orchester-Abonnement angeboten, ein 2er-Paket mit dem Ensemble Modern und ein 3er-Paket für Stockhausens „Samstag aus Licht“. Alle musica viva-Veranstaltungen werden mitgeschnitten und live oder zeitversetzt gesendet. Schüler und Studenten sind mit jeweils 8 Euro dabei.

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