Die Kammeroper in Rheinsberg ist seit Jahren eine Institution in Brandenburgs Kulturszene. In den kommenden Jahren soll vor allem die Sommerspielzeit einige Veränderungen erfahren.
Rheinsberg - Die Kammeroper in Rheinsberg (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) will in den kommenden Jahren die Sommerspielzeit etwas anpassen. «Sobald die Wettervorhersagen schlecht waren, sind die Ticketverkäufe bei unseren Open-Air-Veranstaltungen im Prinzip stehen geblieben», sagte Dirk Beenken, Geschäftsführer der Musikkultur Rheinsberg GmbH, mit Blick auf das aktuelle Sommerfestival. «Das heißt: Mit schlechten Wetterprognosen sind wir stets in die Unterauslastung gerutscht.»
Man habe an der Spielstätte - dem Schloss Rheinsberg - den vermutlich schlechtesten Juli der über 30-jährigen Geschichte der Kammeroper erlebt, so Beenken. «Darauf müssen wir reagieren und über die zeitliche Positionierung des Festivals nachdenken.» Ein Gedanke wäre, Veranstaltungen unter freiem Himmel erst im August anzusetzen - «denn der ist wettertechnisch ein stabilerer Monat». «Darauf werden wir in unserer Planung für die Saison 2025 Rücksicht nehmen», führte Beenken aus.
Kammeroper will ein Open-Air-Festival bleiben
Als mögliche Lösung könnte man einige der Veranstaltungen nach drinnen verlagern. Auch andere Sommerfestivals würden solche Angebote machen. «Auch wir werden über das Verhältnis von Indoor und Outdoor nachdenken müssen», betonte Beenken. Natürlich hätten Open-Air-Veranstaltungen ein höheres Gesamtkontingent an Plätzen - aber die Veranstaltungen in den Räumlichkeiten des Schlosstheaters seien teils «bis zum Anschlag ausgelastet». «Man muss sagen: Indoor funktioniert auch im Sommer», sagte Beenken.
Dennoch wolle man ein Open-Air-Festival bleiben, erklärte der Chef der Musikkultur Rheinsberg. «Freiluftabende im Schlosspark, Heckentheater und Schlosshof sind das, was unser Publikum besonders schätzt». Eine Befragung habe ergeben, dass die Besucher meist lieber im leichten Regen die vollwertige Opernproduktion erlebten statt einer abgespeckten Aufführung an einem trockenen Ersatzspielort.
Im Schloss Rheinsberg verbrachte der spätere Preußenkönig Friedrich II. (1712-1786) als Kronprinz seine Jugend. Später lebte dort sein Bruder Heinrich und schuf ein Refugium für Kunst und Kultur. Zu DDR-Zeiten war es ein Sanatorium für Diabetiker. Seit 1991 ist das Denkmal wieder zugänglich. Berühmt ist das Schloss auch für ein breites Kulturprogramm mit einem besonderen Schwerpunkt auf der klassischen Musik.