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Zwischentöne

Untertitel
Zwei Werk-Monografien
Publikationsdatum
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Rüdiger Behschnitt: „Die Zeiten sein so wunderlich...“. Karl Amadeus Hartmanns Oper „Simplicius Simplicissimus“, Hamburg, von Bockel Verlag 1998 (=Zwischen/Töne, Band 8). 120 Seiten. Ute Schomerus: Ecce homo. Die Sacra Rapprensentazione „Job“ von Luigi Dallapiccola, Hamburg, von Bockel Verlag 1998 (= Zwischen/Töne, Band 13). 240 Seiten. linie.gif (77 Byte) Monografien zu einzelnen Kompositionen sind per se zu begrüßen. Ermöglichen sie als dichter Sekundärtext doch einen schnellen Zugriff auf die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte, transportieren notwendige Daten, referieren Thesen des Komponisten und der bisher erschienenen Literatur, weisen eine sinnvolle Bibliografie auf und vieles mehr. So können sich Sachautoren, nichts anderes sind die Lieferanten von Programm- und Einführungstexten ja zumeist, schnell und ergiebig informieren und aus den oft holprigen Wissenschaftstexten nun endlich Lesbares gestalten. Die zwei hier anzuzeigenden Bücher aus der von Hanns-Werner Heister im Hamburger Bockel-Verlag edierten Reihe „Zwischen/Töne“ weisen das skizzierte Monografien-Inventar auf, das ist sehr löblich, allerdings besitzen sie leider auch den bemühten Sprachstil musikologischer Analysen. Zudem stützen sich beide, was erschwerend hinzukommt, weitestgehend auf die Technik der Notentext-Deskription. Wahrlos wären etliche Beispiele he-rauszugreifen; darunter fänden sich einige wunderschöne Satzgefüge und Phänomenbeschreibungen, die denjenigen vollends recht gäben, die das wissenschaftliche Schreiben über Musik ohnehin für überflüssig halten. Dieser Einwand betrifft vor allem die Studie von Ute Schomerus, die durch konzentriertes Lektorieren auch eine sehr viel kompaktere Gestalt hätte annehmen können. Dafür hätten in dem Büchlein von Rüdiger Behschnitt, das eine konzise thematische Einführung vom Editor Heister enthält, die Korrelationen zwischen Werk und Politik deutlicher formuliert und auch schärfer beurteilt werden können. Dass dies fehlt, wundert sehr, hat der Reihenherausgeber Heister doch schon vor langem diesbezüglich gutes analytisches Rüstzeug entwickelt und vielfältig publiziert. Kurzum: Bibliotheken müssten die beiden Publikationen wohl besitzen, der einzelne sicher nicht.

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