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Leipzig - Die Musiklehrer in Deutschland sehen ihr Fach in den Schulen zusehends an den Rand gedrängt. Die Bildung von Kontingenten für die Stundentafeln, in denen mehrere Fächer zusammengefasst werden, führe mancherorts dazu, dass es überhaupt keinen Musikunterricht mehr gebe, kritisierte Michael Pabst-Krueger, Vorsitzender des Arbeitskreises für Schulmusik (AfS), am Mittwoch in Leipzig zum Beginn des Bundeskongresses Musikunterricht.
Zudem zeichne sich auch bei den Musiklehrern ein Mangel ab. Davon seien besonders die östlichen Bundesländer betroffen, in denen in den nächsten Jahren eine Welle von Eintritten in den Ruhestand bevorstehe. Die Politik habe es versäumt, rechtzeitig gegenzusteuern. «Es besteht ein grundsätzlicher Widerspruch», sagte Prof. Ortwin Nimczik, Bundesvorsitzender des Verbandes Deutscher Schulmusiker (VDS). «Sie werden keinen Politiker finden, der sagt, musikalische Bildung braucht man nicht. Aber es bleiben Sonntagsreden. Montags machen sie dann alles anders und kürzen.»
Der Bundeskongress Musikunterricht ist nach Angaben der Organisatoren eine der größten musikpädagogischen Veranstaltungen in Europa. 1800 Teilnehmer haben sich dazu angemeldet. Sie können 420 Kurse zur Lehrer- und Erzieherfortbildung besuchen.
Zudem wollen während des Kongresses die beiden Verbände AfS und VDS zum gemeinsamen Bundesverband Musikunterricht fusionieren. Die Gründungsveranstaltung ist am Samstag in der Leipziger Hochschule für Musik «Felix Mendelssohn Bartholdy» geplant.