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TONKÜNSTLER LIVE SPECIAL

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Eine Anschubhilfe für die freie Musikszene
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Freischaffende Musiker*innen – während der Corona-Pandemie bekanntermaßen eine der am härtesten getroffenen Berufsgruppen. Aber schon davor gehörten die Musiker*innen der freien Szene nicht gerade zu den Bestverdienern. Es gehören schon sehr viel Liebe zur Sache, Zielstrebigkeit sowie eine gesunde Portion Idealismus dazu – und vielleicht sogar ein wenig mehr –, um in diesem Berufsfeld standzuhalten. Gerade deshalb (und auch, weil in jüngster Vergangenheit viele Hilfen der freien Kunst-Szene nicht da angesetzt haben, wo es notwendig war) war es an der Zeit, den freien Musiker*innen die Wertschätzung zu zollen, die ihnen gebührt: für ihren Beitrag zum kulturellen Leben, für das Stillhalten, das Durchhalten und das Wiederaufstehen!

So haben wir uns gefreut, dass mit der Aufstockung und Erweiterung einer bestehenden Förderung TONKÜNSTLER LIVE SPECIAL geschaffen und das gesamte Bayernland bespielt werden konnte. Ziel dieser Förderung ist es einerseits, den Musiker*innen wieder Auftrittsmöglichkeiten zu ermöglichen, andererseits die Konzertlandschaft in Bayern wiederzubeleben. Dabei liegt ein Hauptaugenmerk darauf, nicht nur die Ballungsräume zu bespielen. Die Förderung soll den Künstler*innen den Freiraum bieten, die Musikszene zu „dezentralisieren“, also Kunst und Kultur an Orte zu bringen, wo bisher nur wenig bis gar nichts stattfand. Sie soll auch dem Publikum nach den vielen Monaten des Stillstands und der Kontaktvermeidung den nötigen Ruck geben, wieder Konzerte zu besuchen und am kulturellen Leben teilzuhaben. Um dies möglich zu machen, können die Musiker*innen bis zu 90 % ihrer Projektkosten beantragen, die restlichen 10 % müssen durch Eigenmittel wie Konzerteintritte erwirtschaftet werden. Dabei ist die Förderung nicht auf ein bestimmtes Genre beschränkt, ausschlaggebend ist allein die Mitgliedschaft im Tonkünstlerverband Bayern e. V. und der damit einhergehende Nachweis einer professionellen Musikausübung.

Jetzt, gegen Ende der Projektphase, kann ein erstes Fazit gezogen werden. In der sehr kurzen Zeit von nicht einmal zwei Monaten zwischen Antragstellung und Projektphase haben es unsere Mitglieder geschafft, Unglaubliches zu leisten. In den nur drei Monaten der Projekt-, sprich Konzertphase wurden knapp 190 Veranstaltungen in ganz Bayern geplant und durchgeführt. Es wurden hochprofessionelle Programme konzipiert und gespielt und damit (fast) alle Musikgenres abgedeckt. In den meisten Fällen waren die Konzerte wesentlich besser besucht als gedacht. Die Förderung ist also tatsächlich nicht nur bei den Musiker*innen selbst angekommen. Auch das Publikum hat durch die Vielzahl an unterschiedlichsten Konzerten einen gehörigen Anschub bekommen.

Das Wichtigste aber ist, dass den Musiker*innen, statt ihnen durch Hilfsprogramme Gelder zukommen zu lassen, endlich wieder das Gefühl gegeben wurde, dass wir sie und ihre Kunst wertschätzen – und diese auch bezahlen! Wir hoffen auf Fortsetzung.

Sigrid Huber-Plundrich

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