Vor allem der Endkunde ist angesprochen, wenn sich vom 11. bis 14. Oktober erstmals die Tore der „My Music“ in Friedrichshafen öffnen. Die neue Musikmesse im Südwesten Deutschlands versteht sich als Angebot für Musiker, Laien wie Profis. Sie sollen in den hellen Messehallen in aller Ruhe nach Noten, Büchern, CDs, Instrumenten und Zubehör stöbern. Rund 200 Aussteller haben ihr Messe-Areal bereits bestellt, weil sie sich von der Veranstaltung neue Besucher- und Käuferschichten erwarten.
Nicht nur die „Großen“ der Branche haben sich angemeldet. Auch kleine und innovative Hersteller nutzen die Gelegenheit, Musiker direkt anzusprechen. Zwischen Fachbesuchern und Publikumsverkehr wird kein Unterschied gemacht. Die Messe ist also vier Tage lang für alle geöffnet. Der große Standortvorteil der Bodenseestadt: Auch Besucher aus Österreich und der Schweiz haben keine langen Anreisewege, um sich über Neuheiten in der Musikbranche zu informieren. Ganz oben auf der Agenda steht das Thema Kommunikation. Das zeigt das umfangreiche Kongress-, Workshop- und Diskussionsprogramm, welches die Messe in Kooperation mit diversen Partnern auf die Beine stellt. Sie hat sich Kompetenz aus unterschiedlichen Bereichen eingeladen. Die Bundesvereinigung deutscher Orchesterverbände ist am 12. und 13. Oktober mit einem Forum zum Thema „Elementare Musikpädagogik für Kinder bis 10 Jahre – welche Möglichkeiten gibt es für Musikvereine?“ vertreten. Damit wendet sie sich an eine Klientel, von der sich auch die Messeveranstalter einiges versprechen. Vertreter und Mitglieder von Musikvereinen sollen einen guten Teil der Besucher ausmachen. „Die My Music liegt im musikalischen Herzen Europas. In keiner anderen Region gibt es eine so hohe Dichte an Musikvereinen und Kapellen wie am Bodensee“, lautet die Feststellung der My-Music-Projektleiterin Annika Raff. Das Thema „Musikverein“ spielt auch im Fachkongress der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände eine wichtige Rolle. „Hier spielt die Musik – wo spielt sie morgen?“ lautet der Titel der Veranstaltung, die sich am 13. und 14. Oktober mit dem Thema der Mitgliederbindung beschäftigt. Der Deutsche Musikrat widmet sich mit seinem Panel-Programm unter anderem den Themen: „Musikalische Frühförderung – Investition in die Zukunft“ und „Musikalische Bildung und Integration“. Auch die neue musikzeitung wird mit einer eigenen Podiumsbühne vertreten sein. „Neue Musik barrierefrei“, „Zwischen Management und Patchworkexistenz. Junge Musiker und ihre Berufserwartungen“, „Grey Hair Convention. Theorie und Praxis zur Frage des Musizierens mit älteren Menschen“ und „Show als Chance? Superstars zwischen Hit und Flop“ lauten die Titel der Podiumsdiskussionen in der Halle B1.
Daneben gibt es Filme aus dem Programm von nmz media. Ein genaues Programm der diversen Veranstaltungen veröffentlichen wir in der Oktober-Ausgabe der u neuen musikzeitung. Für aktive Musiker soll die Messe eine Plattform zum Aufbauen von Verbindungen in der Branche bieten. Zahlreiche Workshops setzen sich im Übrigen mit professioneller Vermarktung auseinander. Auch an Live-Musik wird es während der vier Messetage und an den Abenden nicht fehlen. Als verdienstvoll darf man werten, dass die Veranstalter sich ausgiebig aus dem reichhaltigen musikalischen Angebot ihrer Region bedienen. Das Polizei-Musikkorps Baden-Württemberg, das Kreisjugendorchester Ravensburg, das Landesblasorchester Baden-Württemberg oder „Straßensamba mit ‚Ramba Zamba‘ aus Markdorf“ sind nur einige Beispiele des reichhaltigen Angebots. Aber auch der Dresdner Kreuzchor ist mit einem Musikprogramm vertreten; und die Südwestdeutsche Philharmonie spielt Live-Filmmusik zum Filmklassiker „Metropolis“. Man darf also gespannt sein auf das Experiment „My Music“ – und sich ein klein wenig freuen auf die wunderschöne Gegend rund um den Bodensee.