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DOV: Droht Rostock endgültig die kulturelle Abholzung? [update, 18.9.]

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Die Deutsche Orchestervereinigung ist extrem besorgt um das Volkstheater Rostock und die Norddeutsche Philharmonie. Wenn es allein nach dem Willen des Rostocker Oberbürgermeisters geht, dann wird das Volkstheater Rostock um die Sparten Musiktheater und Tanz amputiert. Das soll die Bürgerschaft am 1. Oktober 2014 beschließen. Dann geht es nämlich um die Zielvereinbarung zwischen Land und Stadt, die faktisch den Spartentod besiegeln würde und die Zuschüsse bis 2020 weiter einfriert.

 

Am 17. September 2014 tagt der Aufsichtsrat der Volkstheater GmbH, der über den offenbaren Alleingang des Oberbürgermeisters bei Kulturminister Brodkorb nicht begeistert sein dürfte. Auch die Norddeutsche Philharmonie kämpft um ihre Größe und einen Haustarifvertrag, da die Stellen seit Jahren heruntergefahren und  die Löhne nicht mehr angehoben wurden. Die Streichung von zwei Sparten würde auch den Orchesterauftrag mit in Frage stellen.

Auch die Gewerkschaften VdO und GDBA haben inzwischen die Tarifverträge gekündigt und könnten ab Ende November den Druck auf Theater und Hansestadt erhöhen, wenn von dort der „Crashkurs“  des Oberbürgermeisters gegen Musiktheater und Orchester fortgesetzt würde.

 

[update, 18.9.]

Deutsche Orchestervereinigung kritisiert Rostocker Oberbürgermeister

Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) ist entsetzt über den aktuellen Kollisionskurs des Rostocker Oberbürgermeisters Roland Methling gegen das Volkstheater und die Norddeutsche Philharmonie. Gebietet die Bürgerschaft dem OB als einzigem Gesellschafter des Theaters jetzt keinen Einhalt, bleibt in der letzten Großstadt des Landes M-V am Ende von einem großen Vier-Sparten-Theater nur ein kleines Schauspiel und ein noch weiter verkleinertes Orchester übrig.

„Es ist unglaublich, mit welcher kulturfeindlichen Energie und Ignoranz der Rostocker Oberbürgermeister gegen seine Künstlerinnen und Künstler vorgeht“, sagt DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens. „Das Orchester hatte zuletzt einen Haustarifvertrag mit einem millionenschweren Lohnverzicht bis 2020 angeboten, um einen Beitrag zur Zukunft des Volkstheaters mit allen vier Sparten zu leisten“, erläutert Mertens. „Stattdessen untersagt der OB der Theater-Geschäftsleitung das Führen von Tarifverhandlungen, will die Orchesterlöhne auf Ost-Niveau vor 2009 einfrieren und sagt gleichzeitig, Haustarife sein unsozial. Das ist an Heuchelei nicht mehr zu überbieten!“, ärgert sich Mertens.

Mertens weiter: „Wir brauchen in der Rostocker Bürgerschaft eine „Allianz der Vernunft“. Die Hansestadt Rostock darf sich von ihrem Oberbürgermeister und Kulturminister Brodkorb nicht gemeinschaftlich durch eine „Zielvereinbarung“ erpressen lassen, indem gleichzeitig mit der Absenkung der Landesmittel gedroht und einem möglichen Theaterneubau gewinkt wird. Das ist Peitsche und Zuckerbrot in einem.“ Mertens abschließend: „Die Bürgerschaft der Hansestadt sollte nun selbstbewusst und autonom über ihr Theater und Orchester entscheiden, so wie sie das in der Vergangenheit stets getan hat.“

Quelle: http://www.dov.org

 

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