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Einsam aber frei

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Er ist allein und einsam, selbst wenn ihm einige oder viele andere gegenüberstehen. Der Solist bleibt solo und genießt seine Freiheiten. Sein Verhältnis zum Tutti ist so vielfältig wie das des Einzelnen zur entqualifizierten Masse oder des Individuums zur komplexen Gesellschaft, die stets mehr ist als nur die Summe ihrer Teile. Als Dialog mit dem Kollektiv oder Monolog über die Köpfe des Orchesters hinweg greifen Komponisten zu Zeiten von Heldendämmerung und anonymisierter einsamer Medienmasse wieder auf die alte absolutistische, von protestantischem Leistungsethos durchdrungene Gattung des Solokonzerts zurück, um den intakten oder gestörten sozialen Beziehungen, Kommunikationsformen und politischen Kräfteverhältnissen einen musikalischen Spiegel vorzuhalten.
Peter Eötvös komponierte sein Konzert für Violine und Orchester „Seven“ als Memorial für die sieben verunglückten Astronauten des explodierten Spaceshuttles Columbia. Uraufgeführt wird es am 6. September beim Lucerne Festival von Akiko Suwanai unter Leitung von Pierre Boulez.

Beim Internationalen George Enescu Festival in Bukarest spielt Diana Jipa erstmals das Violinkonzert „Arepo“ von David Philip Hefti, gefolgt von Jörg Widmanns Violinkonzert, das Christian Tetzlaff am 17. September in der Philharmonie Essen mit der Jungen Deutschen Philharmonie unter Leitung von Manfred Honeck zur Uraufführung bringt. Beim Festival Warschauer Herbst ist Toshio Hosokawa mit einen neuen Gitarrenkonzert vertreten, gespielt am 24. September von Timo Korhonen und der Camerata Athens.

Häufiger mündet die gemeinsame Auseinandersetzung von Komponisten und bestimmten Instrumentalisten oder Vokalisten mit Bauweise, Klang, Geschichte und Aura eines Instruments in Stücke für einen Solisten allein. Von Charlotte Seither singt Andreas Fischer „koy“ für Bass-Stimme solo erstmals am 1. September beim Festival Nouvelles im Kloster Royaumont und spielt Axel Bauni „Sous mes yeux“ für Klavier am 9. September in Traunstein. Für Teilnehmer des Internationalen Musikwettbewerb der ARD schrieben Olli Mustonen „Sinuhe“ für Oboe, Stefan Heucke „Zur Zeit der letzten Posaune“ für Posaune und Klavier und Matthias Pintscher „nemeton“ für Soloschlagzeug. Die Stücke sind jeweils am 11., 13. und 19. September in München erstmals öffentlich zu hören. Die Geigerin Caroline Widmann schließlich bringt am 15. September beim Frankfurter „Auftakt 2007“ Solostücke von Pintscher, Wolfgang Rihm und Erkki-Sven Tüür zur Uraufführung.

Weitere Uraufführungen:

06.09.: Hans Werner Henze, Phaedra, Konzertoper in zwei Akten, Staatsoper Berlin
07.–22.09.: Klangspuren Schwaz mit Uraufführungen von Kurt Estermann, Marios Joannou Elia, Manuel de Roo, Judith Unterpertinger, Eva Reiter, Christof Dienz, Hannes Strobl, Evis Sammoutis, Georg Friedrich Haas, Ernst Albrecht Stiebler.
08.09.: Emmanuel Nunes, Lichtung I-III, Berliner Festspiele
09.09.: Isabel Mundry, Balancen für Orchester, Semperoper Dresden
12.09.: Roland Moser, Rahel und Pauline – Ein Briefstück, Lucerne Festival
15.09.: Thomas Chr. Heyde, UNTITLED Videooper, UT-Connewitz Leipzig
16.09.: Chong Kee-Yong und Il-Ryun Chung, neue Stücke, musica viva München
20.09.: Mauricio Kagel, 3. Trio in zwei Sätzen, Beethovenfest Bonn
26.09.: Mark André, …auf… II, Festspielhaus Baden-Baden
27.09.: Samir Odeh-Tamimi, Madih für vier arabische und zehn europäische Musiker, Ensemble UnitedBerlin
30.09.: Huub ten Hacken, Absence, margins, Kunststation Sankt Peter Köln

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