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In der neuen Inszenierung der Oper "Der Barbier von Sevilla" des Theaters der Stadt Bonn fallen im 2. Akt auf offener Bühne regelmäßig zwei Hühner der Kunst scheinbar zum Opfer. Das wollen Kommunalpolitiker und Tierschützer nicht hinnehmen.
Bonn (ddp). Am Theater der Stadt Bonn bringt ein "Hühner-Skandal" Zuschauer, Kommunalpolitiker und vor allem Tierschützer in Rage. Denn in der modern inszenierten Oper "Der Barbier von Sevilla" wurde zumindest der Eindruck erweckt, als ob im 2. Akt in einem Handgemenge auf offener Bühne regelmäßig zwei Hühner der Kunst zum Opfer fallen.Die Tageszeitung "Express" deckte die Geschichte auf und berichtete, dem Federvieh werde zwar nicht auf der Bühne, dafür aber kurz vor Beginn der Vorstellung der Hals umgedreht. Bonn hatte seinen Hühnerskandal: Deutscher Tierschutzbund und Staatsanwaltschaft schalteten sich ein. Auch Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD) reagierte "not amused" über die Schlagzeilen aus dem Opernhaus.
Immerhin sind seit der Premiere im vergangenen Oktober über ein Dutzend Tiere verendet. Der scheidende Generalintendant Manfred Beilharz reagierte prompt: Ab Samstag und in den noch folgenden Vorstellungen wird nur noch auf Hühnerattrappen "zurückgegriffen".
Jetzt landet auch kein Huhn mehr im Topf - denn nach jeder Vorstellung seien die toten Vögel "an Mitarbeiter des Theaters zum persönlichen Gebrauch weitergegeben" worden. "Die haben sich davon eine schöne Hühnersuppe gekocht", hieß es hinter den Kulissen.
Der Tierschutzbund will die Angelegenheit dennoch nicht auf sich beruhen lassen. Er erstattete Anzeige wegen der "eklatanten Verstöße" gegen das Tierschutzgesetz, die Verordnung zum Schlachten von Tieren und gegen die "Geflügelfleischhygiene-Verordnung".