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Oldenburger Filmfestival steht offenbar vor dem Aus

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Oldenburg - Dem Oldenburger Filmfestival droht das Aus. Nachdem die Stadt rund 50 000 Euro an finanzieller Unterstützung gestrichen habe, würden bereits in diesem Jahr weniger Filme gezeigt, sagte Festivaldirektor Torsten Neumann am Montag in Oldenburg. Das Filmfestival findet vom 15. bis 19. September statt. Diesmal habe die Finanzierungslücke durch Einsparungen und einen neuen Sponsor noch einigermaßen geschlossen werden können, sagte Neumann.

Doch die Zukunft sei ungewiss. Das Filmfest habe inzwischen einen «tollen» Ruf, den es weiterzuentwickeln gelte. Deshalb werde er vor dem nächsten Jahr ein offenes Gespräch mit allen Beteiligten suchen. Für das Festival stehen nach Angaben von Neumann in diesem Jahr mit rund 300 000 Euro rund 35 000 bis 40 000 Euro weniger zur Verfügung als im Vorjahr. Rund 80 000 Euro finanziere das Land Niedersachsen, knapp 20 000 Euro kommen aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und etwa 50 000 von der Stadt Oldenburg. Die restliche Summe werde durch Sponsorengelder aufgebracht.

Trotz der desaströsen Haushaltsituation kann sich das Programm der diesjährigen 17. Auflage des Festivals nach Angaben von Neumann sehen lassen. Zu den Höhepunkten gehöre die Weltpremiere von «Pound of Flesh» in Anwesenheit des Hauptdarstellers Timothy Bottoms. Bottoms werde darüber hinaus mit einer kleinen Hommage geehrt. Der 58-Jährige begeisterte zuletzt in der Kult-Sitcom «That's my Bush» in der Rolle des früheren US-Präsidenten George W. Bush.

Mit einer Retrospektive ehrt das Filmfest in diesem Jahr den Amerikaner Radley Metzger - einen «großen unbekannten Regisseur des erotischen Films», wie Neumann erklärte. Nach den Filmfestspielen in Venedig laufe darüber hinaus als internationale Premiere der Streifen «A Woman» der italienischen Schauspielerin und Regisseurin Giada Colagrande. Darin spiele ihr Mann, der Schauspieler Willem Dafoe, die Rolle eines erfolgreichen Schriftstellers. «Wir hoffen, dass beide zusammen nach Oldenburg kommen«, sagte der Festivalleiter.

Auch in diesem Jahr werde wieder der »German Independence Award - Bester deutscher Film« vergeben. Als Jurypräsidentin konnte die kanadische Schauspielerin Deborah Kara Unger gewonnen werden. »Sie hat viele Hollywood-, aber auch viele Independent-Filme gemacht«, sagte Neumann. Unger stelle auf dem Filmfest zudem ihren neuen Film »Takedown«, einen Rachethriller, von Regisseur Raul Inglis vor. In diesem Zusammenhang hofft der Festival-Direktor noch auf die Zusage ihres amerikanischen Filmpartners Lou Diamond Phillips.

Insgesamt werden an den fünf Festivaltagen zwischen 40 und 45 internationale und Independent-Filme sowie Dokumentationen gezeigt. »Sonst hatten wir immer um die 50 Filme», sagte Neumann. Der Kartenvorverkauf startet am 1. September. Der Festival-Direktor erwartet etwa 12 000 Zuschauer zu dem Filmfest.
 

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