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5 vor 12. Seite 40 - nmz 03/2025

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Uraufführungen 2025/03
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Wie die Wahl des neuen Bundestags am 23. Februar ausgegangen sein wird, lässt sich zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses für diesen Artikel nicht absehen. Zwar gab es Umfragen und Prognosen, aber am Ende zählt allein die Verteilung der tatsächlich abgegebenen gültigen Stimmen. Welche Fraktionen werden dann welchen Kanzler wählen und mit welchem Koalitionsvertrag eine Regierung bilden? Welche Personen werden welche Minis­terien führen? Und was bedeutet das in der nächsten Legislaturperiode für Kunst, Kultur, Musik? Sicherlich wird die bisherige Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien dieses Amt nicht erneut besetzen. Sollte die SPD an einer Regierung beteiligt sein, könnte sie ihren Plan eines Bundesministeriums für Kultur umsetzen. Wenn jedoch zugleich die neue Regierung dem Drängen der NATO nach weiteren Erhöhungen des Verteidigungshaushalts nachgibt und das Handels-, Wirtschafts- und Steueraufkommen wie bisher stagniert, würde dieses neue Bundeskulturministerium kaum über nennenswerte Finanz- und Gestaltungsspielräume verfügen.

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Die jetzt schon in vielen Bundesländern und Kommunen vollzogenen Einsparungen und Komplettstreichungen bei Kunst, Kultur, Musik drohen dann womöglich auch auf Bundesebene, zumal wenn der jetzige Berliner Kultursenator Joe Chialo tatsächlich – wie gelegentlich geunkt – als neuer Bundeskulturminister die Sparauflagen des neuen Bundesfinanzministers ebenso folgsam umsetzt wie momentan die angeordneten Kulturkürzungen des Berliner Finanzsenators. Immerhin findet dieses Jahr das Berliner Festival ­MaerzMusik noch wie geplant statt. Unter künstlerischer Leitung von Kamila Metwaly gibt es vom 21. bis 30. März viele Deutsche Erstaufführungen, im Gegensatz zu den vergangenen Jahren aber nur eine einzige Uraufführung: Ute Wassermanns Environment „The Art of Camouflage“ für drei Stimmen, Gitarre, Perkussion, Objekte, Vogelpfeifen, Planktonia-Aquarien, Messingmegaphone, Lautsprecher und Field Recordings. Der Hochzeitssaal der Sophiensæle wird dafür zum Schauplatz ganz besonderer Vermählungen. Im giftgrünen nautischen Habitat verflüssigen sich die üblichen Unterscheidungen von Selbst und Umwelt, Tier und Mensch, Objekt und Mensch und Natur und Technik. Zudem ereignen sich Mutationen von menschlichen und amphibischen Stimmen.

Andernorts treibt der Frühling fast täglich neue Knospen hervor. Aus dem Nachlass des vor dreißig Jahren verstorbenen Reiner Bredemeyer erklingen am 5. März im Leipziger Gewandhaus erstmals die „Quartett-Stücke 6 (desto-weder)“. Am 6. März gelangt Peter Michael Hamels „Sextett für Wolfgang Rihm“ in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste München zur Uraufführung. Am 7. März präsentiert die Staatsoper Hannover erstmalig das Ballett „Ikarus KAROS“ von Andonis Foniadakis mit Musik von Julien Tarride. Am 13., 15. und 16. März folgen die Uraufführungen von Thierry Escaichs Konzert für Bigband und Orchester in der Alten Oper Frankfurt, Gerald Barrys Oper „Salome“ nach dem Schauspiel von Oscar Wilde im Opernhaus Magdeburg und des neuen Streichquartetts von Philipp Maintz im Leipziger Gewandhaus. Mögen all diese Knospen Blüten treiben und Früchte bilden.

Weitere Uraufführungen 

  • 22.03.: Detlev Glanert „Con spirito“ für Kammerakademie Potsdam unter Leitung von Markus Stenz, Nikolaisaal Potsdam; Rachel Portman „The First Morning of the World – Liederzyklus“, Konzerthaus Dortmund
  • 23.03.: Beat Furrer „Das große Feuer“ nach dem Roman von Eisejuaz von Sara Gallardo auf ein Libretto von Thomas Stangl, Opernhaus Zürich; und Dani Howard, Neues Werk für Trompete und Klavier, Kölner Philharmonie
  • 26.03.: Elena Kats-Chernin, „Blue Rose“, Fassung für Streichorchester, KKL Konzertsaal Luzern
  • 29.03.: Philipp Maintz, „pétillant“ für Orgel solo, Konzerthaus Berlin
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